Sieht, beziehungsweise hört man sich das Programm des öffentlich-rechtlichen Radiosenders Ö1 an, so kann man kaum glauben, dass es sich hier um den intellektuellen Kultur-Vorzeige-Kanal des ORF handelt. Viel mehr fühlt man sich über weite Teile des Programms hinweg wie in einem kommunistischen Umerziehungslager.
Da werden Leute interviewt die nicht aus, sondern in die DDR geflüchtet sind. Dabei dürfen sie freilich ausführlich darüber berichten wie toll das damals im kommunistischen Arbeiter- und Bauernstaat war und wie gut es ihnen unter Erich Honecker gegangen ist. Selbstverständlich vergeht auch kaum ein Tag an dem nicht an die Gräueltaten der Nationalsozialisten oder Faschisten erinnert wird. Gerade zum Weltfrauentag hat man der österreichischen Kämpferinnen gedacht, die Seite an Seite mit den spanischen Kommunisten gegen das Franco-Regime in den Krieg gezogen sind. Das mag historisch wertvoll sein, aktuell ist es nicht.
Welche Themen im Programm fehlen
Aktuell wäre es, über die Übergriffe, Vergewaltigungen und Morde zu diskutieren, die sich derzeit fast täglich in Österreich abspielen. Aber die haben halt so rein gar nichts mit guten Kommunisten, oder bösen Rechten zu tun. Bei diesem Thema will man bei Ö1 offenbar den Elefanten im Studio nicht sehen. Und dieser Elefant heißt Zuwanderung, Islam und das damit einhergehende mittelalterliche Frauenbild. Darüber hört man absolut nichts auf Ö1.
Was man hört, sind die „Spielräume“ um 17.30 Uhr. Was da über den Äther geht, ist nicht immer als Musik erkennbar. Krach oder Lärm sind oftmals eher zutreffend. Um es als „Musiker“ in diese Sendung zu schaffen, muss man entweder Migrationshintergrund haben oder gleich ganz aus dem Ausland kommen, Volksmusik neu interpretieren können, oder wenn schon das nicht, stramm links sein und Kultur in ihrer schönen, harmonischen Form radikal ablehnen. Bei vielen der dargebotenen Musikstücke stellen sich dem Hörer gleich mehrere Fragen: Wem gefällt so etwas? Wie zur Hölle hat es dieses Stück auf einen Tonträger geschafft? Und was muss man nehmen, damit man so etwas „komponiert“?
Wer allerdings ein Freund disharmonischer Begräbnislieder von südkasachischen Tofu-Bauern ist, kommt bei den „Spielräumen“ voll auf seine Kosten. Wem das nicht gefällt, der wird mit zu Recht bislang unveröffentlichten B-Seiten unbekannter Undergroundbands aus den Slums von Djibouti belästigt. Das tut zwar in den Ohren weh, kann aber durchaus als Teil des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrages gesehen werden.
Politische Narrative im Programm
Natürlich darf im Umerziehungsprogramm des Vorzeigekanals die Klimapropaganda nicht fehlen. Da wird vom bald arbeitslosen Glaziologen bis hin zu hysterischen Klima-Apokalyptikern alles mobilisiert, um die Hörer auf den baldigen Weltuntergang einzuschwören. Selbstverständlich und ganz subtil wird dabei Propaganda für sogenannte alternative Energieformen gemacht – und das trotz Werbeverbot auf Ö1. Hübsch als Wissenschaft verpackt werden einem so Dauerwerbesendungen für Windräder, Fotovoltaikanlagen und Wärmepumpen untergeschoben. Alles natürlich von völlig „unabhängigen“ Experten, die zufällig dieselbe (linke) Meinung haben.
Es versteht sich von selbst, dass Politiker wie Trump, Orbán oder Milei als das personifizierte Böse dargestellt werden. Immer unter Zuhilfenahme „namhafter“ Experten und „anerkannter“ Forscher. Beliebt dabei ist es auch, ausgewanderte Bürger der betroffenen Länder auftreten zu lassen, die allesamt einen mehr oder weniger linksextremen Lebenslauf vorzuweisen haben.
Verklärte Bilder von Kuba und Venezuela
Ganz anders die Berichterstattung über Länder wie Kuba oder Venezuela. Hier wird von Ö1 eine Traumwelt vorgegaukelt, die es nur in den Köpfen der Redakteure gibt. Dort fließt Milch und Honig. Dort sind die Leute arm, aber glücklich. Dort ist das kommunistische Paradies. Diese Stimmung wird mit ausnahmsweise einmal angenehmer lateinamerikanischer Musik noch verstärkt. Man muss ideologisch schon sehr robust sein, um nach dem Genuss dieses Radiosenders nicht völlig gehirngewaschen in den Alltag zu gehen. Das ist schade, weil ab und zu gelingt es sogar Ö1, interessante Themen spannend aufzubereiten und richtig gute Musik zu spielen. Leider ist das die Ausnahme.





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