Die Seychellen beherbergen einzigartige Flora und Fauna, darunter die berühmte Seychellenpalme (Coco de Mer). Die Inseln zeichnen sich durch dichten tropischen Regenwald, das Granitgestein auf den inneren Inseln und weite Korallenriffe aus. „Die Mischung aus Sonne, blauem Himmel, weißem Sandstrand, grünen Palmen, türkisblauem Meer und den für die Seychellen charakteristischen Granitfelsen beschert ein unvergleichliches Bild“, heißt es in der Tourismuswerbung. Ein Traumziel, das allerdings nur mit gut befüllter Brieftasche zu erreichen ist. Denn die Reisen ins tropische Paradies sind sauteuer.
Dienstreise ins Luxusparadies
Weitaus billiger – nämlich gratis – ist es, wenn man dienstlich ins Urlaubsparadies muss. Dieses „schreckliche“ Schicksal ereilte die Leiterin der Sektion II für politische Angelegenheiten des Außenministeriums, Hannah Liko. Sie wurde von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) für einen Besuch des Außenamts-Staatssekretärs, der Seychellen, abgestellt und musste die rund 7.000 Kilometer Flug nach Mahé, der Hauptstadt des Inselstaats, über sich ergehen lassen. Spannende Zusatzinfo für alle CO₂-Begeisterten: Bei diesem 7.000-Kilometer-Trip werden 9.000 Kilo Kerosin verbraucht.
Ein Flug auf die Seychellen kostet mindestens 750 Euro, in der Business-Class 2.800 Euro aufwärts. Über die Kosten und die Dauer des Aufenthalts ist noch nichts bekannt, da das Außenministerium telefonisch keine Auskunft geben wollte. Eine schriftliche Anfragebeantwortung steht noch aus.
UN-Sicherheitsrat als Vorwand
Wer sich jetzt fragt, warum diese Reise stattgefunden hat, wird staunen. Das Treffen der österreichischen Beamtin, die auf den Seychellen als „Vize-Außenministerin“ betitelt wurde, mit dem dortigen Amtskollegen diente dazu, um für eine Stimme für Österreich im UN-Sicherheitsrat zu werben. Denn Österreich bewirbt sich derzeit um einen nicht ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für die Amtsperiode 2027 bis 2028.
Außerdem sei auch über die Diaspora der Seychellois in Österreich gesprochen worden, berichtet die Regierung der Seychellen über den Besuch der österreichischen „Vize-Außenministerin“. Ein ganz wichtiges Thema, sollen doch etwa 50 Inselbewohner bei uns in Österreich leben. Besonders brisant ist, dass die Falschbezeichnung „Vize-Ministerin“ auf der offiziellen Website der Regierung der Seychellen seit mehreren Tagen online ist und bis heute weder korrigiert noch offiziell klargestellt wurde. „Das unterstreicht Meinl-Reisingers Überforderung noch. Ein einziges Telefonat hätte genügt, um diese Peinlichkeit richtigzustellen. Dass nichts passiert, zeigt, dass man im Meinl-Reisinger-Ministerium offensichtlich kein Problem damit hat, wenn österreichische Beamte im Ausland als angebliche Regierungsmitglieder aufschlagen. Haben die NEOS zu wenig Posten? Was soll dieser Wahnsinn und dieses Chaos?“, kritisierte jüngst auch FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz.
Sparappelle hier, Luxusreisen dort
Österreichs Außenministerium hat wohl aus gutem Grund auf seiner Homepage über diese Reise der Sektionschefin nicht groß berichtet, obwohl sonst jeder Nizza- oder Turkmenistan-Trip von Deregulierungs-Staatssekretär Sepp Schellhorn eine Pressemeldung wert ist.
Während uns Österreichern Regierungsmitglieder raten, aufgrund der hohen Kosten die Heizung zurückzudrehen sowie „ein Jackerl anzuziehen“, und während der Finanzminister mit neuen Steuer-Ideen das gewaltige Budgetloch stopfen will, fliegt die „Vize-Außenministerin“ (so schreibt das wörtlich die Regierung der Seychellen) 7.000 Kilometer auf ein Insel-Paradies. Botschafterin Hannah Liko liefert dann aber nur ein Handshake-Foto mit einem Staatssekretär der Seychellen. Eine Videokonferenz wäre wohl günstiger gewesen.
Die ÖVP-SPÖ-NEOS-Bundesregierung spricht immer wieder vom „Sparen im System“, verhöhnt aber weiterhin alle österreichischen Steuerzahler. Ein charakterlich bedenkliches Dienstwagen-Upgrade des Einsparungsstaatssekretärs, dann auf Social-Media-Plattformen viel kritisierte Reisen von Sepp Schellhorn nach Turkmenistan und Nizza, dazu noch ein Gold-Kleid-Auftritt von Beate Meinl-Reisinger in Ägypten, vier Besuche mit Geldzusagen in der Ukraine, und auch eine Überweisung von 19,3 Millionen Euro Steuergeld von Wien an die syrische Regierung, die von einem Ex-Terroristen dirigiert wird. Und das innerhalb nur eines Jahres.





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