Die Mär von der Fachkräftemigration hält sich beharrlich, obwohl längst bewiesen ist, dass ein Großteil der Migranten im Sozialsystem landet und viele aufgrund ihrer Qualifikation lediglich als Hilfsarbeiter eingesetzt werden können. Dennoch schreien Einheitspartei und Wirtschaft nach wie vor nach Migration, um dem drohenden Arbeitskräftemangel zu begegnen. Prognosen von WIFO, AMS, AK und Statistik Austria zufolge würde unter Berücksichtigung des aktuellen Zuwanderungsniveaus die Zahl der Erwerbstätigen in Österreich von 4,78 Millionen (2024) auf 4,52 Millionen im Jahr 2060 sinken. Ökonomen rechnen uns deshalb vor, dass wir noch mehr Migration benötigen würden. Je nach Berechnung werden zusätzlich 30-45.000 Nettozuwanderer im erwerbstätigen Alter jährlich gefordert, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken und zumindest das Potential an Erwerbtätigen nicht einbrechen zu lassen.
Fachkräfte brauchen mehr als nur Arbeitsplätze
Die Zahlen mögen auf dem Papier stimmen, wenngleich diese sicher nicht die technologische Entwicklung rund um Robotik, KI und Automatisierung berücksichtigen und auch nicht die aktuelle Insolvenzwelle und Betriebsabwanderungen, die einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit zur Folge haben. Aber gehen wir das Gedankenexperiment ein und sagen, wir brauchen dringend Fachkräfte, die wir selbst auszubilden offenbar nicht in der Lage sind.
Selbst wenn man für die benötigte Migration eintreten würde, müsste man sich eingestehen, dass dem Bedarf an Ausbau der Infrastruktur nicht nachgekommen werden könnte. Allein im Jahr 2022 gab es in Österreich 120.000 Asylanträge und nochmal zusätzlich 80.000 Ukrainer, die ins Land kamen. 200.000 Menschen entsprechen der Bevölkerung der Stadt Linz, der drittgrößten Stadt des Landes. Österreich kann nicht in einem Jahr eine Stadt aus dem Boden stampfen mit allem, was dazugehört. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass alle arbeiten und bereits Deutsch sprechen würden und es auch sonst keine Probleme gäbe, bedarf es dennoch einer Infrastruktur.
Die Menschen brauchen Wohnungen und Häuser, in denen sie leben können. Ihre Kinder brauchen Kindergarten- und Schulplätze samt Pädagogen. Sie brauchen Ärzte, Krankenhausbetten und Pfleger im Krankheitsfall, werden selbst alt, beziehen Rente und brauchen eventuell Pflege. Sie haben einen Energiebedarf, fahren Autos, nutzen den öffentlichen Verkehr und vieles mehr. Diese kurze und unvollständige Liste zeigt, dass es ein Trugschluss ist, dass Zuwanderung den Fachkräftemangel beseitigt, da die Menschen nicht nur ihre Arbeitskraft mitbringen, sondern ihrerseits auch wiederum Infrastruktur, Dienstleistung und Fachkräfte bedürfen, was aber völlig ausgeblendet wird. Es ist also ein nie endender Migrationsteufelskreis.
Zuwanderung beseitigt Personalmangel nicht
Gerade im Gesundheitsbereich wird vehement eingewandt, dass man auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sei und ohne sie der ganze Betrieb stillstehen würde – aber auch das ist ein Trugschluss. Laut Statistik Austria kamen 2025 in Österreich auf 10.000 Einwohner 56 Ärzte, also 560 je 100.000. Wenn man den Berichten glauben darf, dass im Zuge der Migrationsbewegung aus Syrien circa 200 Ärzte nach Österreich gekommen sind, zeigt dies das Ungleichgewicht. Es kamen nämlich insgesamt 105.000 Syrer, das bedeutet, dass selbst wenn alle diese 200 syrischen Ärzte in Österreich praktizieren würden – was sie oft aufgrund mangelnder Qualifikation nicht tun –, der Ärztemangel dadurch weiter verschärft wurde und eben nicht gemindert, wie kolportiert wird. Im Pflegebereich ist diese Dysbalance sogar noch größer.
Die Fachkräftemigration ist also ein links-woker Mythos! Fachkräfte und Generationenvertrag können nur durch eine umfassende, positive und vorausschauende Familienpolitik gesichert werden. Dass dies durch Migration und Asyl nicht sichergestellt werden kann, hat die Erfahrung der letzten Jahr(zehnt)e gezeigt, da das Problem nicht kleiner, sondern sogar größer geworden ist.
Das bedeutet im Fall der Syrer, die nach Genfer Flüchtlingskonvention alle längst die Heimreise antreten hätten müssen – das Assad-Regime, vor dem sie geflohen sind, ist seit über einem Jahr gestürzt und ihr Asylgrund erloschen –, dass selbst wenn wir alle 105.000 inklusive der angeblich 200 Ärzte nach Hause schicken würden, das Gesundheitssystem sogar entlastet würde, weil es plötzlich mehr Ärzte pro Einwohner gäbe. Im konkreten Fall würde also Remigration das Gesundheitssystem entlasten, während Migration es nachweislich belastet. Die vor Kurzem durch eine FPÖ-Anfrage veröffentlichten Zahlen zu stationären und ambulanten Krankenhausaufenthalten durch Migranten in Österreich sprechen da eine deutliche Sprache.
Remigration als Gegenmodell
Bleibt noch die Forderung mancher Neoliberaler, welche eine ausschließliche Fachkräftezuwanderung wollen. Im konkreten Beispiel der Syrer würde das bedeuten, wir schicken alle bis auf die 200 Ärzte nach Hause. Das wäre jedoch hochgradig egoistisch, da diese Ärzte dringend in ihrer syrischen Heimat gebraucht werden. Man beraubt das Land somit seiner Zukunftschancen. Ein klassischer Fall von Talententzug („Braindrain“). Wobei man das Pferd auch anders aufzäumen könnte: Wenn wir Syrien seine Ärzte wieder zurückschicken, sind diese medizinisch besser versorgt, wodurch der Einsatz von Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ dort nicht mehr nötig wäre, und diese dann wiederum in ihrer eigenen Heimat praktizieren könnten und nicht mehr dorthin müssten. Das würde also wohl auch das heimische Problem entschärfen.
Man kann es also drehen und wenden, wie man will. Die Massenmigration löst kein einziges unserer Probleme, aber sie verschärft sie und ist zusätzlich Ursache einer Fülle von neuen Problemen, die ohne sie gar nicht existieren würden. Zeit, sich dies endlich einzugestehen, den radikalen Irrweg offener Grenzen zu verlassen und mit der Remigration, die wieder Normalität herstellen wird, zu beginnen. Dann kann man sich wieder auf die Kraft des eigenen Volkes besinnen, sich daran machen, die Geburtenrate zu erhöhen und den eigenen Leuten die bestmögliche Ausbildung bieten – sie zu den Fachkräften machen, die wir wirklich brauchen.







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