Aachen. – Die islamische Influencerin Nur El-Huda hat ihr Kopftuch abgelegt und damit eine heftige Debatte in den Sozialen Medien ausgelöst. Die TikTokerin, der 60 Tausend Nutzer folgen und die auf ihrem Kanal regelmäßig über den Islam, religiösen Missbrauch und die Situation von Frauen spricht, sieht sich nach dieser Entscheidung nicht nur mit Kritik, sondern auch mit Morddrohungen konfrontiert, wie sie selbst angibt.
Warum Nur El-Huda ihren Hijab abgelegt hat
Die Influencerin trat über Jahre hinweg öffentlich mit Kopftuch auf und sprach sich dafür aus, den Hijab bewusst und aus eigener Überzeugung zu tragen. In ihren Beiträgen betonte sie immer wieder, dass das Tragen eines Kopftuchs nicht automatisch Unterdrückung bedeute.
Nun hat sie ihren Followern erklärt, dass sie den Hijab abgelegt habe. Einen religiösen oder politischen Hintergrund dafür gebe es nicht. Sie begründete den Schritt stattdessen mit ihrem persönlichen Empfinden: „Ich hab es persönlich nicht mehr gefühlt, also habe ich mich entschieden, es abzulegen.“ Nach eigener Darstellung hätten sich ihre grundsätzlichen und religiösen Überzeugungen nicht geändert. Sie halte weiterhin daran fest, dass Frauen selbst darüber entscheiden sollten, ob sie ein Kopftuch tragen. Ebenso lehne sie es ab, Frauen zum Ablegen des Hijabs zu drängen.
Morddrohungen nach der Entscheidung
Die Resonanz auf das Video fiel zunächst positiv aus. Zahlreiche Nutzer haben ihre Unterstützung ausgesprochen. Wenig später schlug die Stimmung jedoch um. Kritiker warfen der Influencerin vor, andere Frauen zum Ablegen des Kopftuchs zu ermutigen und somit einen negativen Einfluss auf junge Muslime auszuüben. Auch mehrere islamische Influencer äußerten öffentlich ihr Unverständnis über diese Entscheidung.
Besonders brisant sind die Folgen, von denen El-Huda inzwischen berichtet. Sie gibt an, Morddrohungen zu erhalten. Auch Personen, die ihr öffentlich beistehen, sollen Ziel von Anfeindungen geworden sein. Unter einem ihrer Videos schilderte eine Unterstützerin: „Maus ich bekomme schlimme Nachrichten weil ich unter Videos von dir Support gebe. Was geht bitte ab?“
Islamische Influencer kritisieren den Schritt
Zu den lautesten Kritikern zählt die Hijabi-Influencerin Zeynohijabi, der auf TikTok knapp 250 Tausend Nutzer folgen. Sie zeigte sich öffentlich schockiert über die Entscheidung und warf El-Huda vor, ihre Vorbildfunktion zu missbrauchen. Andere Kommentatoren bewerten das Ablegen des Kopftuchs hingegen als religiös problematisch.
In den Sozialen Netzwerken kursieren neben religiöser Kritik aber auch andere Vorwürfe. So wird auf der Plattform Reddit beispielsweise darüber spekuliert, ob die Entscheidung zeitlich mit der Veröffentlichung ihres kommenden Buches zusammenhängen könnte. Ein Nutzer schreibt: „Nur El-Huda bringt demnächst ein Buch heraus und angeblich soll das Ablegen des Hijabs ein Marketing-Move sein, um Aufmerksamkeit dafür zu generieren.“ Kritiker führen als Argument an, dass die Influencerin noch vor wenigen Wochen Inhalte veröffentlicht habe, in denen sie ihre positive Haltung zum Hijab betonte. Trotz der heftigen Gegenreaktionen erhält die TikTokerin weiterhin Zuspruch. In ihren Kommentarspalten stellen sich zahlreiche Nutzer hinter sie. Auch einzelne muslimische Influencer verteidigen ihr Recht, selbst über das Tragen des Kopftuchs zu entscheiden.







Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!