Verfassungsschutz: #Wirsindmehr-Konzert war teilweise linksextrem
Im unlängst erschienenen Bericht des sächsischen Verfassungsschutzes wird vor einer Verharmlosung linksextremer Musikgruppen gesprochen. Als Beispiel wird das #Wirsindmehr-Konzert in Chemnitz als Reaktion auf vermeintliche „rechte Aufmärsche“ genannt.
Chemnitz/Dresden. – An dem Konzert im Jahr 2018 sollen circa 65.000 Personen teilgenommen haben, um „gegen rechts“ und für eine „bunte“ Gesellschaft zu demonstrieren.
#Wirsindmehr-Bands mit linksextremem Hintergrund
Im Bericht des Verfassungsschutzes wird auf die Bands auf dem #Wirsindmehr-Gig hingewiesen, die zumindest teilweise einen klar linksextremen Hintergrund erkennen lassen. Als Beispiel wird die Band „Feine Sahne Fischfilet“ aus Mecklenburg-Vorpommern genannt.
Generell würde der Einfluss unterschätzt: „Häufig finden Musikveranstaltungen mit aktiver Beteiligung von Linksextremisten – ob als auftretende Künstler oder als Veranstalter – in öffentlichen Einrichtungen statt oder werden als große Musikfestivals unter freiem Himmel durchgeführt.“
Musiker ließen Besucher linksextreme Parolen skandieren
Konkret auf das genannte Konzert bezogen wird im Bericht folgendes festgehalten, wie unter anderem die „Junge Freiheit“ berichtet: So wurde das Publikum durch einige Bands aktiv zum Rufen linksextremer Parolen wie beispielsweise „Alerta Alerta Antifascista!“ aufgefordert. Weiters wurden verschiedene Banner aus dem linksextremen Spektrum gesichtet. Zu nennen ist zum Beispiel eines der kurdischen Miliz YPG.
Linke: „Antifaschismus wird diffamiert“
Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Berichts kam es zu Anfeindungen gegen den sächsischen Verfassungsschutz. So wurde ihm von den sächsischen Linken vorgeworfen, den Antifaschismus zu diffamieren, wie die „Welt“ berichtet.
In einem Statement äußerte das Landesamt für Verfassungsschutz nun, dass nicht das ganze Konzert als linksextrem eingestuft worden sei. Lediglich in einigen Fällen wurde es von den Bands für ihre „extremistische Agitation“ benutzt.
Kretschmar „voller Anerkennung“ für Initiative
Schon kurz nach dem Konzert sorgte eine Textpassage einer teilnehmenden Band mit Gewaltaufrufen gegen Journalisten für einigen Wirbel – Die Tagesstimme berichtete. Einige Kritik richtete sich anschließend auch gegen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD), weil er die Veranstaltung im Vorfeld aktiv bewarb.
Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmar (CDU) leistete am Mittwoch noch einmal Fürsprache für die Abhaltung des Konzerts im vergangenen September. Er sei „voller Anerkennung für diese Initiative“. Trotz „aller Unterschiedlichkeit“ sei der Einsatz für die freiheitlich-demokratische Grundordnung vereinend.