Erfurt. – In der thüringischen Landeshauptstadt steht ein massiver Einschnitt bevor: Zalando will sein Logistikzentrum in Erfurt schließen. Für die Stadt, die jahrelang von dem Standort profitierte, bedeutet dies den Verlust des größten privaten Arbeitgebers. Rund 2.700 Beschäftigte und zusätzlich etwa 300 externe Kräfte stehen vor einer ungewissen Zukunft. Thüringen hatte den Konzern über Jahre hinweg mit Millionen unterstützt.
Kritik an moderner Konzernpolitik
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Robert Teske betrachtet die angekündigte Schließung als Beispiel für ein grundlegendes Problem der modernen Konzernpolitik. „Wir sehen einen Großkonzern, der Milliardenumsätze macht und trotzdem mit einem siebenstelligen Betrag aus Steuergeldern gefördert wurde, um Arbeitsplätze zu schaffen“, so der Abgeordnete in einer Reaktion in Sozialen Medien. Er kritisiert, dass nach der Förderung vor allem Arbeitskräfte aus dem Ausland geholt wurden. Nun würden diese Menschen nach dem Wegfall ihrer Jobs dem Sozialstaat und damit dem Steuerzahler überlassen.
Profitmaximierung statt sozialer Verantwortung
Laut dem Betriebsrat arbeiten im Erfurter Zentrum Menschen aus 62 Nationen. Nur 38 Prozent der Belegschaft sind deutsche Staatsbürger. Viele Beschäftigte stammen aus Polen und Rumänien, hinzu kommen Menschen aus Afghanistan und Syrien.
Teske sieht in dem Vorgehen ein System, das sich immer wiederhole. Er nennt es ein „altbekanntes Modell“ der Konzerne, „Ausländer als lohndrückende Arbeitskräfte zu missbrauchen und sie anschließend in den Sozialstaat zu schicken“. Das sei nicht „soziale Marktwirtschaft“, sondern „volksvergessene Profitmaximierung“, kritisiert er.





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