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Gesellschaft

Berlin-Monitor 2025: Jeder Vierte befürwortet Verbannung von Sinti und Roma aus Innenstädten

Laut einer neuen Erhebung befürwortet jeder vierte Berliner die Verbannung von Sinti und Roma aus den Innenstädten. Fast die Hälfte schreibt ihnen eine Mitschuld an ihrer eigenen Diskriminierung zu. Auch antisemitische Ressentiments sind in der Hauptstadt ein Problem.

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Dem Berlin-Monitor zufolge befürwortet rund jeder vierte Berliner die Verbannung von Sinti und Roma aus den Innenstädten. (Symbolbild)
Dem Berlin-Monitor zufolge befürwortet rund jeder vierte Berliner die Verbannung von Sinti und Roma aus den Innenstädten. (Symbolbild) (Bild: IMAGO / Emmanuele Contini)

Berlin. – Der neue Berlin-Monitor 2025 liefert aktuelle Daten zur politischen Kultur der Hauptstadt. Die repräsentative Studie zeichnet ein ambivalentes Bild: Einerseits bekennen sich viele Berliner zur Demokratie, andererseits sind ablehnende Einstellungen gegenüber Minderheiten sowie autoritäre Ordnungsvorstellungen weit verbreitet.

Besonders deutlich fallen die Ergebnisse im Bereich antiziganistischer Haltungen aus. Laut der Studie möchten 25 bis 30 Prozent der Berliner Sinti und Roma aus den Innenstädten verbannt sehen. Sie unterstellen ihnen einen geringeren Zivilisationsgrad. Darüber hinaus zeigt sich eine weit verbreitete Tendenz, die Verantwortung den Betroffenen selbst zuzuschreiben. Fast die Hälfte der Befragten macht die Angehörigen der größten Minderheit Europas für ihre Diskriminierung selbst verantwortlich. Ihrer Meinung nach führt ihre bloße Anwesenheit zu Konflikten.

Antisemitismus in Berlin

Auch antisemitische Ressentiments sind ein zentrales Thema der Erhebung. Die Autoren sprechen von einer „Konjunktur latent vorhandener antisemitischer Ressentiments“, die unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen sichtbar werden. Antisemitismus wird dabei als „dunkle Ressource“ moderner Gesellschaften beschrieben und als „doppelte Brückenideologie“, die unterschiedliche politische Milieus verbinden kann.

Erfasst wurden sowohl klassische antisemitische Stereotype als auch israelbezogene und distanzierende Positionen. Ein Beispiel für eine entsprechende Aussage ist: „Wir sollten uns lieber gegenwärtigen Problemen widmen als Ereignissen, die mehr als 70 Jahre zurückliegen.“

Demokratie: Zwischen Zustimmung und Skepsis

Laut der Erhebung stimmen 86 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Demokratie das politische System ist, das am besten zur Gesellschaft passt. Gleichzeitig nimmt die Zufriedenheit mit der konkreten Ausgestaltung des politischen Systems ab.

Zudem zeigt sich eine beachtliche Offenheit für stärker hierarchisch geprägte Ordnungsvorstellungen. So stimmen 28 Prozent der Befragten der Aussage „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“ zu. Insgesamt 18 Prozent befürworten die Idee eines starken „Führers“, der „Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert“. In der Gesamtauswertung werden 46 Prozent der Berliner als „solide Demokraten“ eingeordnet. Sie lehnen entsprechende Alternativmodelle klar ab.

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