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Gesellschaft

Fast jeder dritte Student in Österreich ist Ausländer

Österreichs Hochschulen sind international gefragt – doch die Kosten dafür trägt nicht selten der heimische Steuerzahler, ohne langfristig davon zu profitieren. Elisabeth Dieringer zeigt, wie sich der Zugang begrenzen ließe, ohne mit dem EU-Recht in Konflikt zu geraten.

Rund 30 Prozent der Studenten an Österreichs Hochschulen kommen aus dem Ausland.
Rund 30 Prozent der Studenten an Österreichs Hochschulen kommen aus dem Ausland. (Bild: IMAGO / Funke Foto Services)

In Österreich beklagt man zu viele ausländische Studenten an den österreichischen Hochschulen. Nach Angaben der österreichischen Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) studierten im Wintersemester 2024/25 insgesamt 369.858 Personen an österreichischen Hochschulen, rund 30 Prozent beziehungsweise 111.000 davon waren internationale beziehungsweise ausländische Studenten. Studienplätze würden von Nicht-Österreichern belegt, während der Verbleib der auf Kosten österreichischer Steuerzahler ausgebildeten Absolventen in der Alpenrepublik ungewiss ist. Die Bildungsinvestition schlägt sich somit nicht zwingend über Steuern und Teilhabe am heimischen Arbeitsmarkt nieder. Neuere Gesamtdaten für 2025/26 will Statistik Austria erst Ende September 2026 veröffentlichen. Doch es gibt Auswege aus der Misere.

Bundesdeutsche bilden größte Studentengruppe

Von den ausländischen Studenten kommen etwa 68 Prozent aus EU-Staaten und 32 Prozent aus Drittstaaten. Besonders hoch ist der Ausländeranteil an den öffentlichen Universitäten. Dort studierten im Wintersemester 2024/25 allein knapp 36.500 bundesdeutsche Staatsangehörige. Sie machten damit etwa 14 Prozent aller Studenten an öffentlichen Universitäten in Österreich aus. Deutschland ist so mit deutlichem Abstand das wichtigste Herkunftsland der Inskribierten.

Im internationalen Vergleich ist Österreich ein stark internationalisierter Hochschulstandort. Der Ausländeranteil liegt deutlich über dem Niveau vieler EU-Staaten. Das basiert aber nicht unbedingt auf ungesteuerter Zuwanderung, denn die österreichische Hochschulpolitik verfolgt ausdrücklich das Ziel, Hochschulen zu internationalisieren. Man bewirbt Österreich weltweit unter der Marke „Study in Austria“, nimmt an internationalen Hochschulmessen teil und unterstützt Hochschulkooperationen. 

Österreich als Studienort ist attraktiv

Warum aber ist Österreich für ausländische Hochschulbesucher so attraktiv? Die Antwort ist einfach: Es gibt nur sehr geringe oder keine Studiengebühren. EU-, EWR- und Schweizer Staatsangehörige zahlen an öffentlichen Universitäten während der vorgesehenen Studiendauer plus zwei Toleranzsemestern grundsätzlich keinen Studienbeitrag. Dazu kommt, dass Österreich nach EU-Recht EU-Bürger beim Hochschulzugang grundsätzlich gegenüber österreichischen Staatsbürgern nicht benachteiligen darf. Österreich kann den Hochschulzugang also nicht einfach auf österreichische Staatsbürger beschränken. Fachbezogene Aufnahmeverfahren und Kapazitätsgrenzen sind möglich, müssen aber begründet sein und EU-Recht entsprechen. Außerdem ist Österreich für Deutsche, Südtiroler und Schweizer eines der wenigen Länder, in denen sie ein international anerkanntes Studium in ihrer Muttersprache absolvieren können.

Die wirksamste rechtskonforme Lösung für den ausländischen Studentenansturm wäre: Österreich begrenzt die Zahl der Plätze in überlaufenen Fächern, vergibt sie nach einheitlichen Leistungs- und Eignungskriterien, verlangt einen angemessenen Finanzierungsbeitrag und sanktioniert konsequent mangelnden Studienfortschritt. Eine ausdrücklich gegen Bundesdeutsche gerichtete Regelung würde dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit erneut vor dem EuGH scheitern.

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