Um die realen, potenziellen und suggerierten Probleme von Frauen ist in den letzten dreißig Jahren eine ganze Betreuungsindustrie entstanden, die sich Förderung, Beratung, Schutz und selbst Privilegierung auf die Fahnen geschrieben hat. Die Überzeugung früherer Generationen von Feministinnen, der zufolge Frauen alles könnten, was auch Männer können, nur „rückwärts und auf Stöckelschuhen“ (Cheryl Benard und Edith Schlaffer in einem ihrer witzigen Bücher Rückwärts und auf Stöckelschuhen … können Frauen so viel wie Männer) scheint unterwegs irgendwo verloren gegangen zu sein. (Sie war allerdings auch damals schon kein Konsens.) Heute scheint es, dass Frauen nur überleben können, wenn sie von staatlichen wie halbstaatlichen Stellen und angeblichen NGOs unter die Fittiche genommen werden, und zwar so, dass sie möglichst unter diesen wärmenden Flügeln nicht mehr hervorschauen können.
Frauenfeindlichkeit war gestern
Vom „Manspreading“ bis #MeToo: Warum werden Männer immer häufiger zum gesellschaftlichen Problem erklärt und was hat das noch mit Gleichberechtigung zu tun? Bettina Gruber zeichnet die Entwicklung des modernen Feminismus nach und warnt vor den Folgen einer zunehmend ideologisierten Geschlechterpolitik.

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