Hamburg. – Die Unterbringung von Migranten im Hamburger Mundsburg Tower verursacht immer höhere Kosten. Laut einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der AfD stiegen die monatlichen Ausgaben pro untergebrachter Person innerhalb von zwei Jahren deutlich an – von 1.600 Euro im Jahr 2023 auf zuletzt 1.979 Euro im Jahr 2025.
Das Hochhaus im Stadtteil Barmbek-Süd wird seit April 2022 als Asylunterkunft genutzt. Anfang 2023 erwarb das städtische Unternehmen „f & w fördern und wohnen“ das Gebäude. Ursprünglich war der Standort als Zwischenlösung zur Bewältigung der Migration infolge des Ukrainekriegs vorgesehen. Inzwischen verfolgt die Stadt jedoch eine längerfristige Nutzungsperspektive.
Kosten steigen trotz sinkender Belegung
Den Senatsangaben zufolge nahmen die Gesamtkosten des Standorts erheblich zu. So beliefen sich die Aufwendungen im Jahr 2023 noch auf rund 6,45 Millionen Euro, während sie im Jahr 2025 bereits bei mehr als 7,4 Millionen Euro lagen. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Zahl der untergebrachten Personen zwischenzeitlich sogar leicht. Auch die Defizite des Projekts sind deutlich gestiegen. So lag der Fehlbetrag laut Senat 2023 bei rund 437.000 Euro, ein Jahr später bereits bei mehr als 1,2 Millionen Euro. Auch 2025 gab es ein Minus von über einer Million Euro.
Die Unterkunft umfasst eine öffentlich-rechtliche Unterbringung für Migranten sowie reguläre Mietwohnungen und Gewerbeflächen. Zum Jahresende 2025 wurden 77 Wohneinheiten für die Unterbringung genutzt, während 56 Einheiten regulär vermietet waren. Insgesamt lebten zuletzt 341 Personen in der Unterkunft.
Millionen für Sanierung – aber kein Gesamtkonzept
Drei Jahre nach dem Erwerb liegt laut Senat weiterhin kein vollständiges Sanierungs- und Nutzungskonzept für das Hochhaus vor. Die Stadt nennt als Gründe die technische Komplexität des Gebäudes aus den 1970er-Jahren, laufende Nutzungen sowie denkmal- und genehmigungsrechtliche Anforderungen. Aussagen zu den Gesamtkosten oder zur Fertigstellung seien deshalb bislang nicht möglich.
Bislang steht lediglich eine Maßnahme fest: Der Anschluss an das Fernwärmenetz wurde laut Senat im Juli 2024 abgeschlossen. Die Investitionskosten dafür beliefen sich auf rund 350.000 Euro. Eine detaillierte Aufstellung der weiteren Sanierungskosten oder der laufenden Vergabeverfahren verweigert der Senat teilweise mit Verweis auf Geschäftsgeheimnisse und den Schutz wirtschaftlicher Interessen.
Rechnungshof kritisiert Haushaltsführung
Der Hamburger Rechnungshof hatte bereits die Finanzierung von Notunterkünften beanstandet. In der Anfrage wird darauf verwiesen, dass die Kosten teilweise über die Sozialbehörde abgewickelt wurden, obwohl eigentlich die Innenbehörde zuständig wäre. Der Rechnungshof sah darin einen Verstoß gegen das Haushaltsrecht. Der Kaufpreis des Gebäudes bleibt weiterhin unter Verschluss. Der Senat beruft sich auf Geschäftsgeheimnisse und lehnt eine Veröffentlichung ab.
Der haushalts- und sozialpolitische Sprecher der Hamburger AfD-Fraktion, Thomas Reich, kritisierte diese Entwicklung scharf. „Während Hamburger Familien mit explodierenden Mieten kämpfen, pumpt der Senat noch mehr Millionen in einen maroden Turm für Asylbewerber. Das ist ein Skandal sondergleichen“, so der Abgeordnete in einer Aussendung. Erneut lasse der rot-grüne Senat bei einer Asylunterkunft die Kosten „völlig aus dem Ruder laufen“, so die Kritik. Das sei nicht Wirtschaftlichkeit, sondern „Wahnsinn“, so Reich, der volle Aufklärung fordert.







Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!