Wien. – Das umstrittene Wiener Pornofilmfestival erhält erneut staatliche Unterstützung. Wie aus einer parlamentarischen Anfrage des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Sebastian Schwaighofer hervorgeht, wurden dem Verein „Freund_innen* des pornografischen Films“ für die Jahre 2025 und 2026 jeweils 8.000 Euro an Fördermitteln zugesprochen. Im Zentrum der Diskussion steht nun die Frage, ob öffentliche Gelder für Projekte mit explizit sexuellem Inhalt gerechtfertigt sind.
Tausende Euro Steuergeld für umstrittenes Festival
Die Mittel stammen aus dem Kulturbudget des von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) geleiteten Ressorts. Laut Ministerium erfolgt die Förderung im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Grundlagen und entspricht einer seit Jahren etablierten Praxis. Offiziell wird das Festival als „künstlerisches Filmfestival mit reflexivem und bildungspolitischem Anspruch“ eingestuft. Es setzt sich demnach mit gesellschaftlichen Fragen rund um Sexualität, Körperbilder und mediale Darstellung auseinander.
Ein Blick auf das Programm aus dem Jahr 2024 etwa zeigt jedoch, dass die Inhalte deutlich über klassische Filmkultur hinausgehen. Neben Vorführungen umfasste das Angebot damals auch Workshops und Veranstaltungen mit direktem Bezug zu Sexualpraktiken sowie künstlerische Formate, die bewusst auf Provokation und Tabubrüche setzen. Die Veranstalter verfolgen damit das Ziel, Pornografie stärker in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Mit dem Festival wolle man die „Vielfalt von Pornografie“ sichtbar machen und Raum für gesellschaftliche Debatten schaffen. Ergänzt wird das Programm durch Diskussionen, Vorträge und Ausstellungen zu den Themen Sexualität, Identität und gesellschaftliche Normen.
FPÖ kritisiert Förderung scharf
Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Sebastian Schwaighofer übt scharfe Kritik an der Förderung und bewertet sie als falsches Signal: „Während die Teuerung durch das Land fegt und die Regierung faktisch nichts dagegen unternimmt, schmeißt Babler das hart erarbeitete Steuergeld der Österreicher für ‚Anal-Workshops‘ und ‚BDSM-Kurse‘ zum Fenster raus“. Das sei keine Kulturförderung, sondern „eine Verhöhnung jedes anständigen Bürgers, der frühmorgens aufsteht und zur Arbeit geht“, so der Freiheitliche. Auch die Argumentation des Ministers stößt bei ihm auf Ablehnung: „Wenn Herr Babler Pornos und Fetisch-Workshops als ‚politische Bildung‘ verkauft, dann zeigt das nur, wie völlig jenseitig und abgehoben diese linke Schickeria mittlerweile agiert.“
Ministerium verweist auf Kunstfreiheit
Das Kulturressort verteidigt seine Förderpraxis und verweist dabei auf die rechtlichen Grundlagen. Demnach sei maßgeblich die künstlerische und gesellschaftliche Relevanz eines Projekts, nicht dessen konkrete Darstellungsform. Zudem handele es sich nicht um eine neue Entscheidung, sondern um die Fortführung einer langjährigen Förderlinie, die regelmäßig von Fachgremien empfohlen werde.
Gerade diese Kontinuität sorgt bei Kritikern für zusätzlichen Unmut. Schwaighofer betrachtet sie als Beispiel für strukturelle Fehlentwicklungen im Fördersystem: „Das ist das wahre Gesicht dieser Verlierer-Koalition: Millionen für das Ausland, Tausende Euro für Pornos und Genderpolitik, aber Sparpakete und Belastungen für die eigene Bevölkerung.“ Die FPÖ fordert daher ein sofortiges Ende der finanziellen Unterstützung entsprechender Projekte. „Dieser Sumpf aus moralischem Verfall und verschwenderischen Förderpraktiken muss trockenlegt werden“, so Schwaighofer.




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