Graz. – Rund drei Monate vor der Grazer Gemeinderatswahl zeigt eine neue Umfrage, das sich das politische Kräftefeld der steirischen Landeshauptstadt verändert. In der von Peter Hajek für die Kleine Zeitung erhobenen Sonntagsfrage liegt die KPÖ weiterhin klar an erster Stelle, während die FPÖ deutlich zulegt und sich im Rennen um Platz zwei etabliert.
Laut der Erhebung unter 615 Befragten kommt die KPÖ aktuell auf 31 Prozent, was einem Plus von 2,2 Prozentpunkten gegenüber der Wahl 2021 entspricht. Auf dem zweiten Platz liegt die ÖVP mit 20 Prozent, allerdings mit deutlichen Verlusten von 5,9 Punkten. Besonders stark fällt der Zuwachs bei der FPÖ aus: Laut Umfrage erreicht sie 18 Prozent. Damit verbessert sich die Partei im Vergleich zum letzten Urnengang um 7,4 Prozentpunkte und rückt deutlich näher an die zweitplatzierte ÖVP heran.
Die Grünen erreichen derzeit 14 Prozent (ein Minus von 3,3 Punkten). Die SPÖ und die NEOS liegen jeweils bei acht Prozent. Die NEOS können im Vergleich zu 2021 um 2,6 Punkte zulegen. Die SPÖ verliert hingegen 1,5 Punkte. Der KFG wird erstmals mit einem Prozent ausgewiesen.
Bürgermeisterfrage: Kahr klar vorne
Auch bei der Frage nach einer direkten Bürgermeisterwahl liegt die amtierende Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) deutlich vor der Konkurrenz. Laut Umfrage würden sich 43 Prozent der Befragten für sie entscheiden. Mit 18 Prozent folgt ÖVP-Spitzenkandidat Kurt Hohensinner auf Platz zwei. Dahinter liegt der FPÖ-Kandidat René Apfelknab mit sieben Prozent. Weitere Kandidaten erreichen nur niedrige Werte: Judith Schwentner (Grüne) und die NEOS-Kandidatin Pointner kommen jeweils auf drei Prozent, die SPÖ-Kandidatin Doris Kampus und die KFG-Kandidatin Claudia Schönbacher jeweils auf zwei Prozent.
FPÖ sieht sich als Herausforderer der KPÖ
FPÖ-Spitzenkandidat René Apfelknab bewertet die Zugewinne in der Umfrage als positives Signal für seine Partei. „Bei der Umfrage handelt es sich um eine sehr positive Momentaufnahme. In Graz läuft es auf eine Richtungsentscheidung zwischen Kommunisten und einer starken, heimatverbundenen freiheitlichen Politik hinaus“, so Apfelknab in einer Aussendung.
Der Freiheitliche sieht seine Partei als wichtigste Oppositionskraft gegenüber der derzeitigen Stadtregierung: „Die linken Koalitionspartner, bestehend aus Grünen und SPÖ, können natürlich kein wirkliches Gegenangebot zur KPÖ darstellen, da sie in Regierungsverantwortung in den vergangenen Jahren bekanntlich alles mitgetragen haben.“ Auch die Rolle der ÖVP bewertet der FPÖ-Kandidat kritisch. Diese habe bewiesen, „dass sie nicht über die notwendige inhaltliche Konsequenz verfügt, um den linken Kräften tatsächlich die Stirn zu bieten“. Viel zu lange hätten die Schwarzen ihre Rolle zwischen Opposition einerseits und Stadtregierungsverantwortung andererseits gesucht. Vor diesem Hintergrund betrachtet Apfelknab seine Partei als zentrale Gegenkraft zur aktuellen politischen Situation.




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