Hamburg. – Der geplante Bau einer Unterkunft für Asylwerber im Hamburger Stadtteil Duvenstedt, der im zweiten Quartal 2026 starten könnte, entwickelt sich zunehmend zu einem Politikum. Hintergrund sind die veranschlagten Kosten in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro, die deutlich über den Vergleichswerten anderer Städte liegen. Laut der Antwort des Senats auf eine Anfrage der AfD sollen für das Projekt am Puckaffer Weg rund 22,8 Millionen Euro eingeplant werden. Bei 320 Plätzen lägen die Kosten somit bei über 71.000 Euro pro Platz.
Deutlich höhere Kosten als in anderen Städten
Ein Vergleich mit ähnlichen Projekten zeigt laut der AfD, dass die Kosten in Hamburg deutlich über dem Niveau anderer Großstädte liegen. Zwar betont der Senat, dass die Bau- und Betriebskosten pro Platz und Tag unter dem Durchschnitt vergleichbarer Modulbauten liegen sollen, die Gesamtinvestitionssumme bleibt jedoch außergewöhnlich hoch.
Die zusätzlichen Ausgaben für die technische und verkehrliche Erschließung fallen vergleichsweise gering aus. So werden für Versorgungsanschlüsse wie Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation rund 31.000 Euro veranschlagt, während die Anpassungen an der Zufahrt etwa 13.000 Euro kosten sollen. Ein Ankauf weiterer Grundstücksflächen ist laut aktuellem Planungsstand nicht vorgesehen. Die Stadt erwartet auch keine wesentlichen zusätzlichen Verkehrsbelastungen über das bisherige Maß hinaus. Im Stadtteil Duvenstedt gibt es bereits eine Unterkunft mit 246 Plätzen, die noch bis 2028 betrieben werden soll. Veränderungen der Belegung sind derzeit nicht geplant.
Heftige Kritik an Höhe der Ausgaben
Die Höhe der geplanten Ausgaben für den Bau der Asylunterkunft löst bei der Opposition scharfe Kritik aus. Die AfD-Abgeordnete Peggy Heitmann spricht in einer Stellungnahme von „astronomischen Summen“: „Über 22 Millionen Euro für eine einzige Unterkunft – der rot-grüne Senat hat Maß und Mitte völlig verloren“, kritisiert sie. Diese Politik nach dem Prinzip „bauen, bezahlen, beschwichtigen” zeige einmal mehr, dass die Sorgen der Anwohner unter Rot-Grün nur eine Nebenrolle spielten. „Dieser Bau geht zulasten der steuerzahlenden Bürger. Hamburgs Flüchtlingsunterkünfte sind Kriminalitätsschwerpunkte mit jährlich tausenden Polizeieinsätzen.“ Nicht zuletzt aufgrund der mangelhaften Verkehrsanbindung sei der geplante Standort ungeeignet. Vor diesem Hintergrund sei der Bau „völlig unverantwortlich“.





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