Hamburg. – Die Personalausgaben der Freien und Hansestadt Hamburg für sogenannte „Beauftragte“ erreichen neue Dimensionen. Das geht aus einer aktuellen AfD-Anfrage hervor, die ein weitverzweigtes Netz an Funktionen offenlegt – von Gleichstellungs- über Klimaschutz- bis hin zu Integrations- und Diversity-Stellen.
Nach Angaben der AfD-Fraktion summieren sich die Personalkosten für entsprechende Funktionen im Jahr 2025 auf mehr als 23 Millionen Euro. Dabei handelt es sich ausschließlich um Ausgaben für „Beauftragte“ im engeren Sinne. Verwandte Rollen wie Koordinatoren oder Lotsen sind in vielen Fällen gar nicht erfasst. Der Senat selbst weist darauf hin, dass die tatsächlichen Kosten nur schwer exakt abzugrenzen sind, da viele Stelleninhaber mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Dennoch wird deutlich: Es existiert ein breit gefächertes System spezialisierter Posten quer durch alle Behörden.
Von Gleichstellung bis Klimaschutz
Ein Blick auf die detaillierten Aufstellungen zeigt die enorme Bandbreite dieser Stellen. In nahezu allen Behörden gibt es entsprechende Funktionen, zum Beispiel Gleichstellungsbeauftragte, Datenschutzbeauftragte, Integrationsbeauftragte oder Klimaschutzmanager. Allein auf Bezirksebene gibt es zahlreiche Positionen, wie beispielsweise Klimaschutzbeauftragte, für die jährlich Kosten von teils über 100.000 Euro entstehen. Dazu kommen Flüchtlings- und Integrationskoordinatoren, Radverkehrs- und Mobilitätsmanager sowie Diversity- und Demokratie-Koordinatoren.
Ein Klimaschutzbeauftragter im Bezirksamt Hamburg-Mitte kostet beispielsweise rund 137.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen zahlreiche weitere Stellen mit ähnlichen Aufgabenprofilen in anderen Bezirken. Auch im sozialen Bereich wächst die Zahl spezialisierter Funktionen. Allein fünf sogenannte Verfahrenslotsen schlagen mit rund 425.000 Euro zu Buche.
Neben den klassischen Beauftragten gibt es ein dichtes Geflecht aus Koordinatoren, Lotsen und Managern. Laut Senat fungieren diese als Schnittstellen zwischen Verwaltung, Politik und Gesellschaft und sollen unterschiedliche Interessen bündeln. In der Praxis reicht das Spektrum von der Bildungskoordination über das Quartiersmanagement bis hin zu speziellen Programmen zu den Themen Migration, Klima und gesellschaftliche Vielfalt. Viele dieser Aufgaben wurden in den vergangenen Jahren neu geschaffen oder erweitert.
Kritik an „aufgeblähtem Personalapparat“
Scharfe Kritik an dem Geflecht kommt von der AfD-Fraktion. „Der rot-grüne Senat macht die Geldschatulle auf, sobald es um linksgrüne Ideologieprojekte geht oder um das eigene Personal“, so der haushaltspolitische Sprecher Thomas Reich in einer Aussendung. Über 23 Millionen Euro Ausgaben für Beauftragte würden von einem „völlig realitätsfernen Personalapparat des Staates“ zeugen. Niemand würde Berufe wie Integrationslotsen, Gleichstellungsbeauftragte oder Diversity-Manager brauchen, so der AfD-Abgeordnete: „Sie sind weder wertschöpfend noch sinnvoll“. Dabei handele es sich lediglich um „künstlich geschaffene Stellen ausschließlich für die rot-grüne Klientel“. Reich fordert, dass der Staat „gesundgeschrumpft“ und diese „Verschwendungssucht“ durch den rot-grünen Senat gestoppt werden müsse.




Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!