Berlin. – Der deutsche Auftritt auf der Kunstbiennale in Venedig wird mit erheblichen Bundesmitteln finanziert. Wie aus der Antwort des Auswärtigen Amts auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich hervorgeht, stellt das Ministerium für die Gestaltung des Deutschen Pavillons insgesamt 850.000 Euro bereit. Zusätzlich sind bereits Reisekosten für Regierungs- und Ministeriumsvertreter angefallen. Laut Auswärtigem Amt belaufen sie sich auf 1.173,50 Euro. Über weitere Ausgaben könne derzeit noch keine Auskunft gegeben werden.
Deutscher Pavillon mit migrationsbezogenen Perspektiven
Der deutsche Länderbeitrag steht in diesem Jahr unter dem Titel „Ruin“. Verantwortlich dafür sind die Künstlerinnen Sung Tieu und die inzwischen verstorbene Henrike Naumann. Der Beitrag beschäftigt sich unter anderem mit Fragen von Herkunft, Erinnerung, Identität und gesellschaftlicher Transformation. Dabei werden die Arbeiten der beteiligten Künstlerinnen ausdrücklich auch aus biografischen und migrationsbezogenen Perspektiven betrachtet.
Allerdings ist der deutsche Pavillon nicht der einzige Biennale-Beitrag, der Diskussionen auslöst. Auch Luxemburgs Pavillon sorgt für Aufmerksamkeit. Dort präsentiert die Künstlerin Aline Bouvy das Projekt „La Merde“ (zu Deutsch: „Die Scheiße“), das Exkremente und das Groteske bewusst in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung rückt. Die Künstlerin begründet dies damit, dass solche Motive bestehende gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen infrage stellen sollen. Auch der österreichische Beitrag ist nicht weniger kontrovers. Im Mittelpunkt des österreichischen Pavillons steht ein Projekt der Performancekünstlerin Florentina Holzinger, das unter anderem die Sammlung und Verwendung von Besucherurin umfasst. Bereits vor der Eröffnung sorgte das Konzept für öffentliche Debatten und politische Kritik.






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