Dresden. – Der Betrieb von Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylwerber hat den Freistaat Sachsen im Jahr 2025 mehr als 100 Millionen Euro gekostet. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Sebastian Wippel hervor. Insgesamt beliefen sich die Kosten für den Betrieb und das Vorhalten entsprechender Einrichtungen bis Ende Dezember 2025 auf rund 103,65 Millionen Euro. Die Auswertung zeigt zugleich, dass zahlreiche Unterkünfte nur teilweise genutzt werden oder sogar komplett leer stehen.
Hohe Kosten, geringe Auslastung
Laut Angaben des Innenministeriums verfügte Sachsen Ende 2025 über mehrere Erstaufnahmeeinrichtungen mit teils erheblichen Kapazitäten. So können am Chemnitzer Standort Adalbert-Stifter-Weg beispielsweise 700 Personen untergebracht werden, tatsächlich lebten dort jedoch nur 211. Auch andere Einrichtungen waren deutlich unterbelegt.
Besonders auffällig ist die Situation in Leipzig: Die Einrichtung Mockau II bietet Platz für 800 Menschen, zum Stichtag waren jedoch nur acht Bewohner untergebracht. Auch in Meerane lag die Belegung mit acht von 336 möglichen Plätzen weit unter der Kapazität. An weiteren Standorten sind ähnliche Unterschiede zwischen möglicher Kapazität und tatsächlicher Nutzung zu verzeichnen. So standen beispielsweise am Hammerweg in Dresden 400 Plätze zur Verfügung, von denen lediglich 69 genutzt wurden.
Weitere Unterkünfte werden als Reserve vorgehalten
Der Freistaat hält neben den aktiven Einrichtungen zusätzliche Objekte bereit, die derzeit nicht belegt sind, bei steigenden Zugangszahlen aber kurzfristig genutzt werden könnten. Zum Jahresende 2025 befanden sich drei solcher Anlagen im sogenannten Stand-by-Betrieb: eine in Chemnitz und zwei weitere in Leipzig. Zusammen bieten diese Reserveeinrichtungen eine Kapazität von über 1.500 Plätzen. Auch auf kommunaler Ebene gibt es solche Reservekapazitäten. Zum gleichen Zeitpunkt hielten Landkreise und kreisfreie Städte fünf Gemeinschaftsunterkünfte für einen möglichen Anstieg der Asylzahlen bereit. Die Stadt Leipzig verfügt zusätzlich über eine weitere Reserve mit 70 Plätzen.
AfD fordert deutliche Reduzierung der Kapazitäten
Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Sebastian Wippel, erkennt in den Zahlen ein erhebliches Sparpotenzial: „Der Freistaat Sachsen unterhält eine Vielzahl von Asylunterkünften, von denen einige komplett leer stehen (Stand-By-Modus) und einige größtenteils leer sind. Im Falle des nächsten großen Asyl-Massenansturms wäre Sachsen also gut vorbereitet.“ Die Frage sei aber, ob es zu einem solchen Massenansturm kommen soll und darf. Seine Antwort darauf ist eindeutig: „Durch konsequente Grenzkontrollen und die Unterbindung von Zugfaktoren muss ein solcher Massenansturm von illegalen Migranten verhindert werden.“
Deshalb spricht er sich dafür aus, die Asylkapazitäten massiv zu reduzieren. „Sachsen braucht keine dreistellige Anzahl an Asylheimen. Die Regierung sollte alle nicht benötigten Asylheime schließen und könnte so allein bei der Erstaufnahme fast 100 Millionen Euro sparen“, so Wippel. In den Landkreisen und Städten bestehe mindestens ein ebenso großes Einsparpotenzial, betont er.




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