Klagenfurt. – Die aktuellen Daten der Caritas Kärnten zum Weltfrauentag am 8. März sorgen für politischen Zündstoff. Demnach ist ein Großteil der Hilfesuchenden weiblich: Rund 60 Prozent der Ansuchen in der Sozialberatung stammten im Januar von Frauen. Bereits im vergangenen Jahr suchten mehr als 2.000 Frauen Unterstützung. Seitdem hat sich die Lage weiter verschärft.
Hinter diesen Zahlen stehen alleinstehende Frauen, Pensionistinnen, Mütter im Familienverband oder Alleinerziehende, die mit hohen Wohn- und Energiekosten sowie gestiegenen Preisen für den täglichen Bedarf kämpfen. Teamleiter Mario Slamanig fasst seine Erfahrungen aus der Beratungspraxis dahingehend zusammen, dass Armut in Kärnten weiblich ist und auch bleibt.
220.000 Euro Unterstützung aus Spendenmitteln
Im Jahr 2025 wurden Frauen und teilweise auch ihre Familien mit insgesamt rund 220.000 Euro aus Spendenmitteln unterstützt. Der Schwerpunkt der Hilfe lag auf Wohnkosten, Energieversorgung und grundlegenden Lebenshaltungskosten. Während die Hilfsorganisation auf die wachsende Not vieler Frauen im Land aufmerksam macht, übt die FPÖ scharfe Kritik an der Landesregierung: „Die rote Sozialpolitik in Kärnten ist gescheitert“, erklärt der FPÖ-Sozialsprecher Christoph Staudacher.
Er verweist darauf, dass sich immer mehr Betroffene an kirchliche Hilfseinrichtungen wenden müssen: „Die Armut in Kärnten ist weiblich. In ihrer größten Not wenden sich immer mehr Frauen an die Caritas, welche mit Unterstützung von Spendern hilft“, so Staudacher. Für den Freiheitlichen ist die Entwicklung ein alarmierendes Signal: „Die von der Caritas aufgezeigten Fälle zeigen, wie massiv die Armutsgefährdung in Kärnten mittlerweile ist – wir reden von fast 100.000 Menschen in Kärnten, die sich ohne Unterstützung das Leben kaum mehr leisten können“. SPÖ und ÖVP hätten „auf ganzer Linie versagt“, betont der Freiheitliche.
„Bankrotterklärung der Sozialpolitik“
Die FPÖ warnt, die Dimension der Problematik sei längst strukturell. „Dass jede sechste Person in Kärnten in Armut lebt oder armutsgefährdet ist, ist die Bankrotterklärung der Sozialpolitik, für welche die SPÖ in Kärnten verantwortlich ist. Lebensmittel, Miete, Strom und Heizen – alles ist aufgrund einer falschen Politik der Regierung teurer geworden“. Aber die Bürger würden „im Stich gelassen“.
Staudacher zeigt sich besonders empört über die Prioritätensetzung der Regierung. Dass die Betroffenen existenziellen Ängste haben müssten, sei „eine Schande“ und das Ergebnis einer „gescheiterten Sozialpolitik“ in Kärnten. Anstatt jene zu unterstützen, die wirklich Hilfe benötigten und auch schon Beiträge ins System einbezahlt hätten, verschenke die Regierung das Geld lieber an Asylwerber, die das Sozialsystem überlasten würden und noch keine Leistungen erbracht hätten. Er fordert eine politische Kursänderung: „Solche Zustände dürfen in einem Sozialstaat nicht passieren“. Aber die Landesregierung schaue tatenlos zu, so Staudacher. Ziel müsse wieder eine Politik sein, die sich primär um die eigene Bevölkerung kümmere.



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