Berlin. – Der jüngste INSA-Meinungstrend vom 20. bis 23. März 2026 mit 2.010 Befragten zeigt: In der Sonntagsfrage liegen CDU/CSU und AfD mit jeweils 26 Prozent gleichauf. Dahinter folgen die SPD mit 15 Prozent, die Grünen mit 12 Prozent und die Linke mit 10 Prozent. Kleinere Parteien bleiben deutlich zurück. Auffällig wird dieses Bild vor allem beim Blick auf die Altersgruppen.
In den jüngeren und mittleren Jahrgängen ist die AfD besonders stark vertreten. So kommt sie bei den 18- bis 29-Jährigen auf 28 Prozent und bei den 30- bis 39-Jährigen sogar auf 35 Prozent und liegt damit jeweils deutlich vor der Union. Auch bei den 40- bis 49-Jährigen liegt die AfD mit 32 Prozent vorne. Erst ab einem Alter von 50 Jahren kehrt sich das Verhältnis zugunsten der CDU/CSU um. Bei den über 70-Jährigen erreicht die Union 31 Prozent, während die AfD nur noch 15 Prozent erreicht.
Klare Unterschiede zwischen den Generationen
Die Zahlen zeigen: Während die AfD vor allem in den jüngeren und erwerbstätigen Altersgruppen stark ist, erzielt die Union ihre besten Werte bei älteren Wählern. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen und politischen Positionen lassen sich auch sozial einordnen. Mit Blick auf die starke Unterstützung in jüngeren und erwerbstätigen Jahrgängen erklärt FREILICH-Redakteur Bruno Wolters dazu auf X: „Zugespitzt könnte man sagen: Die AfD findet ihren Rückhalt vor allem in der arbeitenden und wertschöpfenden Bevölkerung, während die Union vor allem bei älteren, bereits abgesicherten Wählergruppen stark ist.“ Dies beschreibe weniger ein moralisches Urteil als vielmehr unterschiedliche soziale Schwerpunkte, so Wolters: „Hier stehen Erwerbstätige mit Blick auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung im Vordergrund, während es dort eher um Stabilität und die Sicherung bestehender Verhältnisse und Rentenzahlungen geht.“
Der Politikanalyst Daniel Fiß erklärt exklusiv gegenüber FREILICH zudem: „In der Altersgruppe 60+ zementiert sich in vielen Teilen auch noch das soziale Bewusstsein der alten Blocktradition zweier Volksparteien, die ganze Wählergenerationen geprägt haben“. Die Volatilitäten und Verschiebungen in den Wählermärkten würden durch diese Generation noch „abgefedert und stabilisieren die Illusion einer vermeintlich stabilen Mitte“, die über nachwachsende Generationen aber „ganz offensichtlich ein Ablaufdatum“ habe.
Die Umfrage deutet damit auf eine klare Entwicklung hin: Die AfD erzielt ihre stärksten Ergebnisse dort, wo Menschen im Erwerbsleben stehen. Gleichzeitig bleibt die Union vor allem bei älteren Wählern stark. Damit verschiebt sich das politische Gewicht zunehmend zwischen den Generationen – und entlang unterschiedlicher sozialer Gruppen.





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