Minab. – In der südiranischen Stadt Minab wurde eine Grundschule für Mädchen Ziel eines verheerenden Angriffs. Das Gebäude wurde Angaben aus der Region zufolge innerhalb von vierzig Minuten zweimal bombardiert. Trümmer, zerstörte Klassenzimmer und verstreute Schulmaterialien zeugen von der Gewalt der Explosionen. Der Angriff ereignete sich am ersten Tag einer groß angelegten Angriffswelle der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran. Dabei erlitt die Schule massive Schäden und zahlreiche Schülerinnen sowie Lehrkräfte kamen ums Leben. Laut dem iranischen Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Ali Bahreini, wurden bei dem Angriff 150 Schülerinnen getötet. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahl liegt laut Reuters bislang nicht vor.
Aufnahmen zeigen Einschlag
Neue Bildaufnahmen liefern nun weitere Hinweise auf die mögliche Verantwortung der Vereinigten Staaten. Zu sehen ist der Einschlag eines Marschflugkörpers in eine Anlage der Revolutionsgarden in Minab. Auf den Bildern ist bereits Rauch aus der Umgebung der Mädchenschule zu sehen.
Interne Untersuchung in den Vereinigten Staaten
Nach Angaben aus Regierungskreisen in Washington gehen amerikanische Militärermittler inzwischen davon aus, dass die eigenen Streitkräfte höchstwahrscheinlich für den Angriff verantwortlich sind. Zwei Regierungsvertreter bestätigten gegenüber Reuters, dass diese Einschätzung derzeit im Raum stehe. Eine endgültige Schlussfolgerung liegt jedoch noch nicht vor. Die Untersuchung läuft weiterhin und Details zu den Beweisen, den eingesetzten Waffen oder den möglichen Verantwortlichen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte öffentlich, dass der Vorfall untersucht werde. Auch Außenminister Marco Rubio äußerte sich zu dem Vorfall und sagte, das Kriegsministerium würde das untersuchen. Unabhängige Experten haben Satellitenbilder sowie Videoaufnahmen aus Minab analysiert. Demnach wurden das Schulgebäude und eine benachbarte Anlage der Revolutionsgarden nahezu gleichzeitig von mehreren Sprengkörpern getroffen. Welche Waffen genau eingesetzt wurden, lasse sich derzeit jedoch noch nicht eindeutig feststellen.
Vereinte Nationen fordern Aufklärung
Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen fordert eine umfassende Untersuchung des Vorfalls. Sprecherin Ravina Shamdasani erklärte laut Reuters, die Verantwortung dafür, den Angriff zu untersuchen, liege bei den Kräften, die ihn durchgeführt haben. Sollte sich bestätigen, dass die Schule gezielt angegriffen wurde, könnte dies nach internationalem humanitärem Recht als Kriegsverbrechen gelten.
Unterdessen sorgten im Iran Bilder der Beerdigungen für große Bestürzung. Im Staatsfernsehen waren kleine Särge zu sehen, die mit iranischen Fahnen bedeckt waren. Die Särge wurden von einer großen Menschenmenge zum Friedhof getragen. Sollte sich die Beteiligung der Vereinigten Staaten bestätigen, wäre dieser Angriff einer der schwersten Fälle ziviler Opfer in den jahrzehntelangen Konflikten im Nahen Osten. Besonders erschütternd ist dabei die Tatsache, dass unter den Toten zahlreiche Kinder sind.



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