Anfang dieser Woche sorgte ein Vorfall im Südlibanon international für Aufsehen: Ein israelischer Soldat hat eine Jesus-Statue beschädigt und damit einen politischen und religiösen Eklat ausgelöst. Die Bilder, die zeigen, wie ein uniformierter Mann mit einem Hammer auf eine am Boden liegende Christusfigur einschlägt, verbreiteten sich rasch in Sozialen Netzwerken.
Armee bestätigte Vorfall
Nach einer ersten Untersuchung bestätigten die israelischen Streitkräfte den Vorfall. Demnach ist auf den Aufnahmen tatsächlich ein Soldat im Einsatz im Südlibanon zu sehen. Die Armee erklärte, sie nehme den Vorfall sehr ernst, und betonte, ein solches Verhalten widerspreche den an Soldaten gestellten Erwartungen und Werten. Auch Israels Außenminister Gideon Saar reagierte und bezeichnete die Tat als „beschämend“, da sie nicht mit den Grundsätzen des Landes vereinbar sei. Zugleich entschuldigte er sich bei allen Christen, deren religiöse Gefühle verletzt worden seien. Israel sei ein Staat, der religiöse Vielfalt respektiere und Toleranz zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen fördere.
Katholische Kirche findet deutliche Worte
Noch bevor politische Reaktionen eintrafen, äußerte sich die katholische Kirche im Heiligen Land mit deutlichen Worten. In einer von Kardinal Pierbattista Pizzaballa unterzeichneten Stellungnahme brachte die Versammlung der katholischen Ordinarien ihre klare Verurteilung zum Ausdruck. Sie erklärte ihre „tiefe Empörung“ und „uneingeschränkte Verurteilung“ der Entweihung einer Darstellung des gekreuzigten Jesus durch einen israelischen Soldaten in einem libanesischen Dorf. In der Stellungnahme heißt es weiter: „Diese Tat stellt eine schwere Beleidigung des christlichen Glaubens dar und reiht sich in weitere berichtete Fälle der Schändung christlicher Symbole durch IDF-Soldaten im Südlibanon ein.“
FPÖ und AfD üben scharfe Kritik
Der Vorfall löste auch in Europa deutliche Reaktionen aus. Der Parlamentsklub der FPÖ erklärte dazu gegenüber FREILICH, dass der Vorfall „aufs Schärfste“ zu verurteilen sei und davon auszugehen sei, dass der Täter von den IDF beziehungsweise den israelischen Behörden entsprechend zur Verantwortung gezogen werde.
Auch aus Deutschland kam Kritik. Der außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, betonte auf Anfrage: „Die Zerstörung oder Schändung christlicher Symbole ist in keiner Weise hinnehmbar“. Zugleich begrüßte die Partei, dass die israelische Armee den Vorfall untersuche und verurteilt habe, stellte jedoch klar: „Das allein reicht jedoch nicht aus. Im Rahmen der vorgesehenen Verfahren muss auch eine spürbare Sanktionierung des Täters erfolgen - schon allein, um andere von Nachahmungstaten abzuschrecken.“ Die AfD verwies zudem auf strukturelle Aspekte innerhalb militärischer Organisationen: „In jeder Institution - auch im Militär - wird es stets einzelne Personen geben, die sich eines Fehlverhaltens schuldig machen. Gerade der Krieg bringt nicht selten die schlechtesten Seiten von Menschen zum Vorschein.“ Entscheidend sei daher, dass solche Taten nicht geduldet würden und glaubwürdige Maßnahmen zur Prävention und Bestrafung erfolgten.
Haftstrafen für beteiligte Soldaten
Bereits einen Tag später wurden konkrete Konsequenzen bekannt: Ein Militärgericht verhängte laut Medienberichten gegen zwei Soldaten jeweils 30 Tage Haft. Betroffen sind sowohl der Soldat, der die Statue beschädigte, als auch derjenige, der die Tat dokumentierte. Darüber hinaus wurden beide von weiteren Kampfeinsätzen ausgeschlossen. Auch sechs weitere Soldaten, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls vor Ort befanden, ohne einzugreifen oder den Vorfall zu melden, müssen sich verantworten. Sie wurden zu Gesprächen geladen, nach denen weitere Maßnahmen festgelegt werden sollen.
Die beschädigte Jesus-Statue wurde inzwischen ersetzt. Laut Armee erfolgte dies „vor kurzer Zeit in voller Abstimmung mit der lokalen Gemeinde von Debel im Südlibanon“. Das Nordkommando habe unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls die Koordination der Wiederaufstellung übernommen. Zudem erklärte die Armee, sie bedauere den Vorfall zutiefst und arbeite daran, „sicherzustellen, dass sich so etwas in Zukunft nicht wiederholt“.







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