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Gesellschaft

Millionen-Streamer Asmongold stellt allgemeines Wahlrecht infrage

Die Spekulationen über einen aufsehenerregenden Mordprozess in den USA bringen den Millionen-Streamer Asmongold zu einer radikalen Forderung. Er sieht eine der größten Gefahren für Amerika im gleichen Stimmrecht aller Bürger.

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Der US-Streamer Asmongold erreicht auf verschiedenen Plattformen ein Millionenpublikum und sorgt regelmäßig mit zugespitzten Aussagen zu politischen und gesellschaftlichen Themen für Kontroversen.
Der US-Streamer Asmongold erreicht auf verschiedenen Plattformen ein Millionenpublikum und sorgt regelmäßig mit zugespitzten Aussagen zu politischen und gesellschaftlichen Themen für Kontroversen. (Bild: Screenshot/Twitch zackrawrr)

In einer Debatte über den derzeit in den USA viel beachteten Mordprozess gegen Lindsay Clancy hat der US-amerikanische Streamer Asmongold das allgemeine Wahlrecht infrage gestellt. Clancy muss sich im Bundesstaat Massachusetts wegen der Tötung ihrer drei kleinen Kinder verantworten. Während die Verteidigung auf eine schwere postpartale Psychose verweist, geht die Staatsanwaltschaft von einem geplanten Vorgehen aus. Eine Diskussion über die Reaktionen auf den Fall in den sozialen Netzwerken nahm Asmongold schließlich zum Anlass, um eine grundsätzliche Kritik am Wahlrecht zu üben.

Asmongold sieht allgemeines Wahlrecht als Gefahr

Ausgangspunkt der Äußerungen war eine Diskussion auf der Plattform X. Dort machte die YouTuberin „Shoe0nHead“ auf Beiträge in den sozialen Netzwerken aufmerksam, in denen Nutzerinnen über den Fall Clancy und ihren ehemaligen Ehemann Patrick spekulierten. Dabei wurde teilweise offenbar auch mit den Sternzeichen der Beteiligten argumentiert. So wurde etwa darauf verwiesen, dass Lindsay Clancy Löwe und ihr früherer Mann Sternzeichen Zwilling sei. Eine Nutzerin schrieb dazu: „Löwen töten nicht. Zwillinge schon.“ Eine andere erklärte ebenfalls, dass Löwen ihre eigenen Jungen nicht töten würden, weshalb sie die offizielle Darstellung nicht glaube. Eine weitere Kommentatorin folgerte allein aus der Kombination der beiden Sternzeichen, dass die Beziehung toxisch gewesen sein müsse und Patrick Clancy die Tat begangen habe.

Für „Shoe0nHead“ waren solche Reaktionen Grund für scharfe Kritik. Sie empfahl Männern, ihre Partnerinnen nach deren Einschätzung des Falls zu fragen. Wenn sich eine Frau auf Lindsay Clancys Seite stelle oder glaube, dass deren Mann die Kinder getötet habe, dann habe TikTok ihr Urteilsvermögen völlig zerstört und man solle sich sofort von ihr trennen.

Asmongold, mit bürgerlichem Namen Zack Hoyt, griff die Diskussion auf und ging noch einen Schritt weiter. Der reichweitenstarke Streamer erklärte, dass nicht der Iran oder der Kommunismus, sondern das allgemeine Wahlrecht die größte Bedrohung für die Vereinigten Staaten seien. Dass seine Stimme genauso viel zähle wie die eines Menschen, der an Astrologie glaube, sei eine Verletzung seiner Menschenrechte. Solche Menschen sollten seiner Ansicht nach nicht einmal wissen, „was Elektrizität ist“.

Asmongold schon früher mit drastischen Aussagen

Für Hoyt ist es nicht das erste Mal, dass seine Äußerungen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen eine Kontroverse auslösen. Der durch Computerspiele bekannt gewordene Streamer, der inzwischen regelmäßig aktuelle Themen kommentiert, hat über verschiedene Plattformen ein Millionenpublikum aufgebaut.

Anfang August sorgten seine Aussagen über Migranten an der spanischen Exklave Ceuta bereits für Kritik. Er bezeichnete die Situation als „Invasion“ und sagte über die dort ankommenden Migranten: „Ich würde jeden erschießen. Wenn es Kinder sind, Frauen, Männer, wer auch immer. Erschießt sie einfach.“ Die Äußerungen tätigte er auf seinem Twitch-Zweitkanal „zackawrr“. Dieser wurde anschließend aufgrund eines Verstoßes gegen die Plattformregeln gesperrt.

Keine Entschuldigung nach Ceuta-Aussagen

Im Gegensatz zu einer früheren Kontroverse wollte Hoyt seine Aussagen dieses Mal nicht zurücknehmen. In einem später veröffentlichten Video räumte er zwar ein, dass seine Wortwahl überzogen gewesen sein könnte. Zugleich betonte er: „Aber ich möchte, dass ihr wisst, dass ich mich für nichts entschuldige. Ich habe genau das gemeint, was ich gesagt habe.“

Bereits 2024 hatte der Streamer mit seinen Aussagen zum Krieg im Gazastreifen für erhebliche Kritik gesorgt. Damals distanzierten sich Personen aus seinem Umfeld von ihm und einige Geschäftspartner beendeten die Zusammenarbeit. In einem Video entschuldigte sich Hoyt anschließend und bezeichnete seine eigenen Äußerungen als „furchtbar und ekelhaft“.

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