Es gibt Bilder, die sich nicht abschütteln lassen. Sie verbleiben nicht im Dokumentarischen und lösen sich auch nicht im Strom der Informationen auf. Sie setzen sich fest – leise, aber hartnäckig. Eines dieser Bilder stammt aus Werner Herzogs Antarktisfilm Begegnungen am Ende der Welt (2007): eine Kolonie von Adeliepinguinen am Rand des Kontinents. Gedrängt, geschlossen, in Bewegung. Vor ihnen liegt das Meer, hinter ihnen erstreckt sich das Eis und über ihnen befindet sich ein gnadenloser Himmel.
Der Odysseus der Eiswüste: Vom Maß, das verloren ging
Ein einzelner Pinguin verlässt die Kolonie und läuft in die antarktische Eiswüste. Das Bild wurde zum Meme – und zu einer Metapher unserer Zeit.
Von Bruno Wolters

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