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Kultur

Für die deutsche Sprache: Schlesierin wird „Sprachwahrerin des Jahres“

Natalia Klimaschka setzt sich trotz Anfeindungen und sogar Gewaltandrohungen für die deutsche Sprache und das kulturelle Erbe Schlesiens ein. Nun wird ihr Engagement mit einer besonderen Auszeichnung gewürdigt.

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Natalia Klimaschka setzt sich für die deutsche Sprache und das kulturelle Erbe der deutschen Minderheit in Schlesien ein.
Natalia Klimaschka setzt sich für die deutsche Sprache und das kulturelle Erbe der deutschen Minderheit in Schlesien ein. (Bild: Facebook/Natalia Klimaschka)

Ratibor. – Die schlesische Wissenschaftlerin und Publizistin Natalia Klimaschka ist zur „Sprachwahrerin des Jahres“ gewählt worden. Bei der Leserabstimmung der Zeitung Deutsche Sprachwelt erhielt die aus Ratibor (Racibórz) stammende Journalistin 26,2 Prozent der Stimmen, wie das Nachrichtenportal Alles Lausitz berichtet. Damit setzte sich Klimaschka vor dem Bild-Kolumnisten Harald Martenstein durch, auf den 21,4 Prozent entfielen. Den dritten Rang belegte die Steiermark mit 15,1 Prozent.

Einsatz für deutsche Sprache und Kultur in Schlesien

Klimaschka gehört der deutschen Minderheit in Schlesien an und beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte und dem kulturellen Erbe der Region. In Artikeln und Dokumentarfilmen widmet sie sich unter anderem Persönlichkeiten wie Joseph von Eichendorff und dem Fürstenhaus Lichnowsky. Veröffentlicht werden ihre Arbeiten auf einem zweisprachigen schlesischen Internetportal.

Mit ihrer publizistischen Tätigkeit will sie zugleich zur Verständigung zwischen Deutschen und Polen beitragen. Die deutsche Volksgruppe im polnischen Teil Schlesiens zählt nach Angaben des Berichts heute rund 300.000 Menschen. Die Frage nach Sprache und Identität betrifft Klimaschka auch aufgrund ihrer eigenen Familiengeschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten ihre Eltern ihre Namen ändern und konnten ihre deutsche Muttersprache nicht mehr verwenden.

Bereits 2025 stand Klimaschka beim Wettbewerb „Auslandsdeutsche des Jahres“ im Finale und trat dort als Kandidatin aus Schlesien an. Gewonnen wurde die damalige Wahl von einer Ungarndeutschen. Klimaschkas Teilnahme löste zugleich Anfeindungen aus. Polnische Nationalisten beschimpften sie dem Bericht zufolge als „Verräterin“, „deutscher Abschaum“ und Agentin. Auch Gewaltandrohungen soll es gegeben haben. Klimaschka setzte ihre Arbeit ungeachtet dessen fort.

Forschung zur Darstellung der Deutschen in Polen

Beruflich verbindet Klimaschka Journalismus und Wissenschaft. Sie ist Historikerin und Juristin und hat vor kurzem ihre Promotion abgeschlossen. In ihrer Dissertation an der Universität Kattowitz (Katowice) untersuchte sie, wie Deutschland und die Deutschen zwischen 1944 und 1949 in der polnischen Presse dargestellt wurden. Für ihre Recherchen ist Klimaschka regelmäßig in Schlesien unterwegs. Die daraus entstehenden Beiträge befassen sich vor allem mit der deutschen Geschichte der Region und deren Spuren bis in die Gegenwart.

Neben Klimaschka standen mehrere bekannte Persönlichkeiten und Institutionen zur Wahl. Vorgeschlagen waren unter anderem der Liedermacher Reinhard Mey, nachdem sein Lied „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ erneut in den „Deutschen Singlecharts“ vertreten war, sowie Papst Leo XIV. wegen seiner Bemühungen, Deutsch zu lernen. Zur Auswahl gehörten außerdem der Medienwissenschaftler Norbert Bolz wegen seines Einsatzes für Meinungsfreiheit, Harald Martenstein wegen seines Widerstands gegen Eingriffe in seine Kolumnen und der Journalist Peter Littger aufgrund eines Welt-Beitrags über den aus seiner Sicht übermäßigen Gebrauch unnötiger Anglizismen im Bundestagswahlkampf 2025. Die Steiermark wurde für ihre Bemühungen um korrekte und verständliche Sprache nominiert.

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