Paris. – Wie aus den aktuellen Statistiken des französischen Innenministeriums hervorgeht, ist die Zahl der erstmals ausgestellten Aufenthaltstitel im Jahr 2025 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Mit rund 380.000 neu ausgestellten Titeln wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2024 nochmals deutlich übertroffen. Aus den veröffentlichten Zahlen des Innenministeriums ergibt sich, dass 2025 rund 40.000 Titel mehr vergeben wurden als im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg von rund zwölf Prozent gegenüber 2024. Marc Vanguard, der sich regelmäßig mit den Themen Migration, Demografie und Kriminalität auseinandersetzt, hat die Zahlen grafisch aufbereitet und unter anderem auf X geteilt.
Humanitäre Migration wächst explosionsartig
Ein besonders auffälliger Trend zeigt sich demnach bei den Gründen für Zuwanderung. Die Statistik des Innenministeriums zeigt, dass der Anteil der Migration aus Arbeitsgründen zurückging: Während dieser Bereich 2024 noch 17 Prozent der Aufenthaltstitel ausmachte, waren es 2025 nur noch 13 Prozent.
Gleichzeitig wird deutlich, dass die humanitäre Zuwanderung dramatisch zunimmt. So ist die Zahl der Aufenthaltstitel aus humanitären Gründen laut Angaben des französischen Innenministeriums innerhalb eines Jahres um 65 Prozent gestiegen. Mittlerweile entfällt rund ein Viertel aller Aufenthaltstitel auf diesen Bereich. Damit entwickelt sich Frankreich immer stärker zu einem Aufnahmeland für migrationspolitische Sonder- und Notfallregelungen.
Über 4,3 Millionen gültige Aufenthaltstitel im Umlauf
Diese Entwicklung betrifft nicht nur die jährlichen Neuzugänge. Wie die offiziellen Bestandszahlen des französischen Innenministeriums zeigen, steigt auch die Gesamtzahl der gültigen Aufenthaltstitel weiter an. Aktuell sind etwa 4,3 Millionen Aufenthaltstitel in Frankreich gültig. Dies bedeutet, dass heute rund 60 Prozent mehr solcher Dokumente im Umlauf sind als noch 2013.
Zwar zeigt sich im Bereich Asyl ein Rückgang, doch die Zahlen bleiben extrem hoch. Wie aus den amtlichen Asylstatistiken hervorgeht, die vom französischen Innenministerium in Zusammenarbeit mit der französischen Asylbehörde OFPRA veröffentlicht werden, wurden im Jahr 2025 insgesamt 116.000 Erstanträge registriert. Dies bedeutet zwar ein Minus gegenüber dem Vorjahr, das Niveau bleibt jedoch historisch außergewöhnlich.
Anerkennungsquote steigt deutlich
Die sinkende Zahl der Asylanträge wird jedoch durch einen anderen Faktor ausgeglichen. Laut den offiziellen Schutzquoten von OFPRA und dem Berufungsgericht CNDA ist die Anerkennungsquote deutlich gestiegen. Während der Anteil vor vier Jahren noch bei 39 Prozent lag, sind es 2025 bereits 52 Prozent. Damit erhält inzwischen mehr als die Hälfte der Antragsteller einen Schutzstatus.
Auch die Herkunftsstruktur ist weiterhin auffällig. Laut den Daten kommen die meisten Empfänger neuer Aufenthaltstitel weiterhin aus dem Maghreb und aus Teilen Subsahara-Afrikas. Bei den Asylanträgen dominiert hingegen eine andere Gruppe. Laut den im Januar 2026 veröffentlichten offiziellen Statistiken stehen Ukrainer weiterhin an erster Stelle.
Hunderttausende Illegale nachträglich legalisiert
Abseits der offiziellen Jahreszahlen gibt es eine weitere Dimension, die in der öffentlichen Debatte oft nur am Rande vorkommt. So wurden seit 2012 insgesamt 430.000 Personen ohne legalen Status nachträglich regularisiert. Allein im Jahr 2025 wurden offiziellen Angaben zufolge rund 28.600 Migranten über Sonderregelungen legalisiert, was nur leicht weniger ist als im Vorjahr.
Die Zahlen der Aufenthaltstitel wirken bereits massiv, doch selbst sie zeigen nur einen Ausschnitt. Denn darin sind weder illegale Einreisen noch EU-Bürger aus dem Europäischen Wirtschaftsraum oder minderjährige Migranten enthalten. Damit liegt das reale Gesamtvolumen der Migration nach Frankreich weiterhin deutlich über den bereits rekordverdächtigen 380.000 erteilten Aufenthaltstiteln.




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