Wien. – Die FPÖ setzt ihren Höhenflug in den aktuellen Umfragen fort. Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA, für die zwischen dem 13. und 15. Juli tausend Personen befragt wurden, kämen die Freiheitlichen derzeit auf 39 Prozent der Stimmen. Die ÖVP erreicht demnach nur noch 19 Prozent, die SPÖ 18 Prozent. Die Grünen erreichen acht Prozent, die NEOS sieben Prozent. Damit vergrößert sich der Abstand zwischen der FPÖ und den beiden ehemaligen Großparteien weiter.
Machtverlust in den Ländern rückt näher
Die Entwicklung auf Bundesebene könnte nach Ansicht von Beobachtern schon bald erhebliche Folgen für die Bundesländer haben. Zwar stellen sowohl die ÖVP als auch die SPÖ derzeit mehrere Landeshauptleute, doch die anhaltend schwachen Umfragewerte erhöhen den Druck auf ihre traditionellen Hochburgen.
In Niederösterreich und Oberösterreich regiert die FPÖ bereits als Koalitionspartner mit. Die Landtagswahlen 2027 und 2028 könnten die politischen Kräfteverhältnisse in beiden Bundesländern jedoch grundlegend verändern. Dadurch geraten Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer zunehmend unter Druck.
Tirol und Kärnten vor spannenden Landtagswahlen
Die Lage in Tirol erscheint derzeit besonders spannend. Laut einer aktuellen Foresight-Erhebung liegen FPÖ und ÖVP mit jeweils 29 Prozent gleichauf. Damit ist der Ausgang der nächsten Landtagswahl völlig offen. Auch in Kärnten könnte sich das politische Kräfteverhältnis verschieben. Nach dem angekündigten Rückzug von Landeshauptmann Peter Kaiser droht der SPÖ der Verlust ihrer bisherigen Führungsrolle. Laut einer IFDD-Umfrage erreichen die Sozialdemokraten derzeit nur 34 Prozent, während die FPÖ bereits bei 32 Prozent liegt.
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgten zuletzt die Aussagen von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Im Sommer kündigte der ÖVP-Chef eine „knallharte Abrechnung“ mit der FPÖ an. Zugleich warnte er vor den Folgen einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung und erklärte, die Republik werde bei einer FPÖ-Regierung in Trümmern liegen. Welche konkreten politischen Maßnahmen der FPÖ zu einem solchen Szenario führen würden, erläuterte Stocker dabei allerdings nicht. Kritiker werten die Aussagen vielmehr als Hinweis auf die schwierige Lage der Volkspartei angesichts der aktuellen Umfragewerte.
Auch SPÖ verliert deutlich an Zustimmung
Nicht nur die ÖVP, sondern auch die Sozialdemokraten stehen unter Druck. In aktuellen Umfragen kommt die Dreierkoalition nur noch auf 42 Prozent Zustimmung. Für die SPÖ könnte das weitreichende Folgen haben. In einzelnen Umfragen fällt sie bereits auf 15 Prozent zurück und nähert sich damit den Grünen an. Beobachter halten deshalb sogar Veränderungen bei der Besetzung des Nationalratspräsidiums nach der nächsten Wahl für möglich.
Während die Freiheitlichen ihren Vorsprung weiter ausbauen, können sich nur wenige Bundesländer diesem Trend entziehen. Wien und das Burgenland sind vorerst die wichtigsten Bastionen der SPÖ. Auch Vorarlberg zeigt sich bislang vergleichsweise stabil. In der Steiermark hat die FPÖ hingegen bereits Ende 2024 mit Mario Kunasek den Landeshauptmann gestellt. Sollte sich der derzeitige Bundestrend fortsetzen, könnten in den kommenden Jahren auch weitere Bundesländer einen politischen Machtwechsel erleben.





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