Frankfurt: Katholische Kirche nutzt Pride-Symbolik gegen AfD

Mit einer Aktion ruft die katholische Stadtkirche Frankfurt dazu auf, am kommenden Sonntag wählen zu gehen. Dabei ist es ihr offenbar besonders wichtig, dass das Kreuz nicht bei der AfD gemacht wird.

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Frankfurt: Katholische Kirche nutzt Pride-Symbolik gegen AfD

Die katholische Kirche in Frankfurt bezieht mit ihrer Kampagne öffentlich klar Stellung gegen die AfD.

© A. Zegelman / Bistum Limburg

Frankfurt/Main. – Es sind nur noch wenige Tage, bis Millionen Deutsche zur Wahlurne schreiten und ihre Stimme für die Bundestagswahl abgeben können. Schon seit Wochen mobilisieren verschiedene Institutionen, um möglichst viele Wähler zur Stimmabgabe zu bewegen. Zuletzt tat dies auch die katholische Stadtkirche in Frankfurt am Main – allerdings auf fragwürdige Weise.

„Demokratie fällt nicht vom Himmel“

Im Rahmen der Sonntagsmesse habe die Kirche nämlich Regenbogensticker verteilt – mit der Aufschrift „Demokratie fällt nicht vom Himmel. Geh wählen!“, wie ein Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in seinem Kommentar beschreibt. Die Frankfurter Stadtkirche will die Gläubigen damit zur Wahlbeteiligung motivieren. Eine neutrale Botschaft – doch die Farbgestaltung des Stickers sorgt für Diskussionen: Das Wort „Demokratie“ ist in den Farben der „Progress Pride Flag“ gehalten. Diese Flagge ist seit Jahren ein Symbol linker und woker Bewegungen.

Ob diese Aktion die gewünschte politische Wirkung zeigt, ist fraglich. „Keinen AfD-Wähler wird das umstimmen“, stellt der FAZ-Kommentator fest. Vielmehr könne der Regenbogen-Aufruf konservative Kirchgänger in ihrem Gefühl bestärken, dass sich traditionelle Institutionen dem Zeitgeist anpassen und eine politische Schlagseite erhalten. Möglicherweise werde dies einige sogar zur Protestwahl motivieren. Letztlich bleibe auch fraglich, ob derartige Signale tatsächlich zur Versachlichung politischer Debatten beitragen. „In Zeiten der Polarisierung täte dagegen moralische Abrüstung gut“, lautet das Fazit des Kommentators.

Kirche will „Brandmauer“

Die Verteilung der Aufkleber im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes war jedoch keine einmalige Aktion, sondern ist Teil der Kampagne mit dem Titel „Demokratie fällt nicht vom Himmel“, wie auch auf der Internetseite der Kirche zu sehen ist. Dort ruft sie offen dazu auf, wählen zu gehen – und vor allem nicht die AfD zu wählen. „Was immer wie selbstverständlich vorhanden ist, nehmen wir kaum wahr – bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir feststellen, dass es zu verschwinden droht. Jetzt ist es soweit: Unsere Demokratie, die uns Freiheit gibt in dem, wie wir unser Leben und unser Miteinander gestalten, ist in Gefahr. Rechtsextreme, Populisten und Feinde einer offenen und diversen Gesellschaft arbeiten unverhohlen daran, sie abzuschaffen“, heißt es im Wahlaufruf auf der Homepage der Stadtkirche. „Aus Frust AfD zu wählen“ könne zum „Bumerang“ werden, steht dort abschließend. Dabei wird auch auf die Internetseite „AfDnee“ verwiesen.

Besonders fragwürdig aber: Im Rahmen der Kampagne bietet die Kirche auch eine Material- und Linksammlung an, die Interessierte nutzen können, um die Botschaft und den Aufruf weiter zu verbreiten. Neben Schablonen und Sprühkreide, Postkarten, Aufklebern und Bannern können sich Nutzer auf der Seite auch an Vorlagen für Social-Media-Stories oder gleich an vorformulierten Textvorschlägen für eigene Beiträge mit Bild bedienen. In allen drei Textvorschlägen ist der Hashtag „Brandmauer“ zu lesen. Auf wen sich diese Anspielung bezieht, dürfte nach dem Wahlkampf der letzten Wochen jedem klar sein.

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