Hamburg. – Die Sozialausgaben der Freien und Hansestadt Hamburg sind innerhalb weniger Jahre drastisch angestiegen. Wie der Senat auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hin mitteilte, erhöhten sich die Gesamtausgaben von 2,62 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 3,62 Milliarden Euro im Jahr 2024. Damit stiegen die Kosten binnen vier Jahren um rund 38 Prozent. Selbst die bisherigen Ausgaben bis November 2025 liegen bereits bei rund 3,4 Milliarden Euro.
Den Angaben zufolge setzt sich die Summe aus 2,22 Milliarden Euro, die Hamburg selbst trägt, sowie aus weiteren rund 1,17 Milliarden Euro aus Bundesmitteln zusammen. Der Eigenanteil der Stadt entspricht somit etwa zehn Prozent des gesamten Haushalts. Der Senat führt als Ursache deutlich steigende Wohn- und Energiekosten an.
Milliarden an Sozialleistungen für Ausländer
Bereits eine frühere Anfrage aus dem August 2025 hatte den starken Kostenanstieg bei Leistungen an ausländische Staatsbürger offengelegt. Demnach wurden im Jahr 2024 allein mehr als 1,2 Milliarden Euro an nichtdeutsche Leistungsempfänger ausgezahlt. In der Senatsantwort wird dabei zwischen verschiedenen Systemen wie dem Bürgergeld (SGB II), der Grundsicherung (SGB XII) und den Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz unterschieden.
So beliefen sich die Gesamtkosten im Bereich des Bürgergelds (SGB II) im Jahr 2024 auf rund 1,86 Milliarden Euro. Davon entfielen knapp 995 Millionen Euro auf ausländische Staatsangehörige. Die höchsten Summen gingen dabei an Empfänger aus der Ukraine, Afghanistan und Syrien. Auch im Bereich der Grundsicherung (SGB XII) beliefen sich die Gesamtkosten im Jahr 2024 auf rund 532 Millionen Euro, wovon mehr als 161 Millionen Euro auf Ausländer entfielen. Für Asylbewerberleistungen wurden im selben Jahr rund 127 Millionen Euro aufgewendet.
Sozialleistungen auch für Großhaushalte
Aus der Anfrage geht zudem hervor, dass zahlreiche Bedarfsgemeinschaften in Hamburg monatliche Sozialleistungen in Höhe von mehreren tausend Euro beziehen. So erhielten im Bereich des Bürgergeldes beispielsweise 86 Haushalte mit sechs oder mehr Kindern im Jahr 2024 Leistungen von über 8.000 Euro pro Monat. Auch im System der Asylbewerberleistungen kam es zu Fällen mit sehr hohen Auszahlungen, insbesondere bei kinderreichen Haushalten.
Die Zahlen zeigen zudem, dass im Jahr 2024 in Hamburg nahezu gleich viele deutsche wie ausländische Staatsangehörige Bürgergeld bezogen: Rund 92.700 Deutsche standen etwa 93.800 Ausländern gegenüber. Bei den Asylbewerberleistungen gab es über 20.500 ausländische Empfänger.
AfD sieht unkontrollierte Migration als Haupttreiber
Der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas Reich, macht vor allem die Migrationspolitik für die Entwicklung verantwortlich. „Hamburg erstickt zunehmend an exzessiv steigenden Sozialausgaben. Die Senatsbegründung, wonach allein höhere Wohn- und Energiekosten verantwortlich seien, ist grundfalsch“, so der Abgeordnete in einer Aussendung. Haupttreiber der Kostenexplosion seien „eine unkontrollierte Migrationspolitik sowie die Folgen einer linksgrün geprägten Energiepolitik, die sowohl die Zahl der Leistungsbezieher als auch die Lebenshaltungskosten erhöhen“. Reich fordert tiefgreifende Reformen, um die Sozialkassen zu entlasten und die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt zu sichern.





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