Dresden. – Nach zwei gewaltsamen Angriffen in der Dresdner Äußeren Neustadt durchsuchten Ermittler Wohnungen und weitere Objekte in drei Bundesländern. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen laut Medienberichten sieben deutsche Beschuldigte im Alter zwischen 20 und 35 Jahren, die der linksextremen Szene zugerechnet werden. Gegen sie wird unter anderem wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung ermittelt.
Die Durchsuchungen fanden am Dienstag in Sachsen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern statt. Nach Informationen des NDR wurde dabei unter anderem ein Gebäude in Rostock durchsucht. Neben Kräften des Landeskriminalamtes Sachsen waren die Bereitschaftspolizei sowie örtliche Polizeidienststellen beteiligt. In Sachsen gab es unter anderem Durchsuchungen in Dresden und Heidenau.
Zwei Angriffe in der Dresdner Neustadt
Ausgangspunkt der Ermittlungen sind zwei Vorfälle in der Nacht vom 4. auf den 5. August 2025, bei denen die sieben Beschuldigten nach Angaben der Ermittlungsbehörden zusammen mit mindestens drei weiteren, bislang nicht identifizierten Personen zwei Gruppen mit insgesamt neun Menschen angegriffen haben sollen. Den Attacken seien zunächst verbale Auseinandersetzungen vorausgegangen. Bei dem ersten Vorfall sollen sich die Angreifer mit Sturmmasken vermummt und Bierflaschen auf eine Gruppe von fünf Personen geworfen haben. Mehrere Betroffene erlitten leichte Verletzungen.
Kurz darauf soll es zu einem weiteren Angriff auf vier Personen gekommen sein. Ein Teil der Gruppe konnte sich den Angaben der Ermittler zufolge in ein Auto zurückziehen. Daraufhin sollen die Angreifer gegen den Wagen getreten haben. Eine Frau, die sich noch außerhalb des Fahrzeugs befand, soll mit einem Schlagstock und einer Schusswaffe bedroht worden sein. Laut Informationen von Bild sollen die Täter dabei gerufen haben: „Nimm deine Nazi-Freunde und verpisst euch!“ Die Behörden ermitteln wegen des Anfangsverdachts der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung. Im Zusammenhang mit dem zweiten Vorfall stehen außerdem die Straftaten Nötigung und Sachbeschädigung im Raum. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Brück fordert Aufklärung möglicher Netzwerke
Michael Brück von den Freien Sachsen sieht in den Ermittlungen Hinweise auf neue gewaltbereite Strukturen in Dresden. „Es zeigt sich, dass wir es mit einer neuen linksextremen Szene in Dresden zu tun haben, die seit Monaten brutalste Überfälle auf Andersdenkende begeht, auf junge Patrioten, auf ältere Patrioten, und das ist eben eine Qualität, die schon früher zur Hammerbande geführt hat“, so Brück in einer Videostellungnahme auf X. „Und genau da müssen die Sicherheitsbehörden jetzt ansetzen, muss die Politik auch ansetzen, Druck machen. Denn das Umfeld, was hinter den Tätern steht, muss ausgeleuchtet werden.“ Denn es gehe nicht nur um die sieben Personen, die jetzt im Fokus stehen, sondern darum, mit wem sie Kontakt haben, wie ihr Netzwerk aussieht, zu welchen Gruppen sie gehören und welche Kontakte sie in die Politik sowie zu etablierten Parteien haben, so Brück. All das müsse jetzt aufgeklärt werden „und natürlich der Druck auf den militanten Linksextremismus aufgebaut werden“.
Forderung nach Vereinsverboten und Strafverfahren
Brück fordert darüber hinaus, mögliche organisatorische Strukturen hinter gewalttätigen Tätern stärker in den Blick zu nehmen. Dabei bringt er auch weitergehende staatliche Maßnahmen ins Spiel. „Dazu gehört natürlich auch die Prüfung von Vereinsverboten, von Verfahren wegen kriminellen Vereinigungen, von massiven strafrechtlichen Konsequenzen für die Rädelsführer.“ All das müsse passieren, „um dem Klima der Gewalt und Einschüchterung, das die Linksextremisten in Dresden aufbauen, entgegenzutreten“.






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