Innsbruck/Brüssel. – In einem Rundschreiben hat die Ärztekammer für Tirol ihre Mitglieder auf mögliche Lieferprobleme bei medizinischen Verbrauchsartikeln hingewiesen. Konkret geht es um Nitril-Produkte wie Einweghandschuhe, die im medizinischen Alltag unverzichtbar sind. Hintergrund seien internationale Spannungen, die sich auf die Produktion und die Lieferketten auswirken könnten.
In dem Schreiben von Ende März, das FREILICH vorliegt, informiert die Standesvertretung über eine sich abzeichnende Verknappung. Demnach könnten sowohl Lieferprobleme als auch Preisschwankungen kurzfristig auftreten. Ärzte werden daher angehalten, ihren Bedarf frühzeitig zu planen und entsprechende Bestellungen rechtzeitig vorzunehmen.
Kritik an EU-Politik zur Versorgungssicherheit
Auch auf politischer Ebene wird diese Entwicklung aufgegriffen. So verbindet der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser die drohende Knappheit mit grundsätzlicher Kritik an der europäischen Gesundheitspolitik. Zwar werde auf EU-Ebene regelmäßig über Versorgungssicherheit gesprochen, doch klaffe hier Anspruch und Realität auseinander, so Hauser: „Seit über einem Jahr wird in praktisch jeder Sitzung des Gesundheitsausschusses der EU unter anderem über Notfallmaßnahmen gesprochen, einschließlich einer ausreichenden Versorgung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten“, so der Abgeordnete in einer Aussendung. Er könne dieses „völlig abgehobene Gerede der Globalisten, der EU-Kommission und der Systemparteien – Volkspartei, Sozialisten, Grüne, Liberale“ – mittlerweile „nicht mehr hören“.
Mit Blick auf die konkrete Situation stellt Hauser auch Fragen zur praktischen Umsetzung von Maßnahmen. Er sieht strukturelle Defizite in der europäischen Herangehensweise und übt scharfe Kritik. Gerade der Gesundheitsbereich sei „ein Musterbeispiel für das Totalversagen der EU-Kommission“. Die Menge an Verordnungen, Papieren, Strategien und noch mehr Geld bei gleichzeitigem Mangel „in allen Bereichen“ sei der Beweis dafür, dass Gesundheit in nationalstaatlicher Kompetenz bleiben müsse, betont der Freiheitliche. „Die EU-Kommission löst keine Probleme im Gesundheitsbereich, sie ist längst selbst zum Problem geworden“, so der Vorwurf.
Forderung nach Klarheit bei Lieferketten
Der EU-Abgeordnete fordert von der Europäischen Kommission nun konkrete Antworten darauf, wie es zu solchen Mangelerscheinungen kommen kann, obwohl das Europäische Parlament und die Kommission regelmäßig über die Versorgung mit Medizinprodukten reden. „Die EU hat diese Kompetenzen an sich gezogen, jetzt wird sie – in dieser Krise – beweisen müssen, ob sie ihre großspurigen Versprechen halten kann“, so Hauser.






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