Wien. – Der ohnehin angespannte Wiener Wohnungsmarkt sorgt erneut für politischen Zündstoff. Aktuelle Daten zeigen, dass im vergangenen Jahr eine große Zahl geförderter Wohnungen an Menschen mit Flucht- und Asylstatus vergeben wurde, während viele Wiener weiterhin lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, wie Exxpress berichtet. Die Opposition sieht darin eine massive Fehlentwicklung und macht die rot-grüne Stadtregierung dafür verantwortlich.
Geförderte Wohnungen für Asylberechtigte
Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zeigt, wie umfangreich die Wohnungsvergabe an Asylwerber im Jahr 2024 tatsächlich ausfiel. Allein der städtische Wohnbauträger Wiener Wohnen stellte 1.618 Wohnungen anerkannten Konventionsflüchtlingen zur Verfügung. Über die Wohnberatung Wien erhielten zusätzlich 1.924 Personen mit Asylstatus Zugang zu gefördertem Wohnraum.
Über diese Vergaben hinaus spielte auch der Fonds Soziales Wien eine zentrale Rolle. Insgesamt wurden 1.696 Wohnungen angemietet, um Flüchtlinge und Asylwerber unterzubringen. Ein Teil davon – 848 Einheiten – floss in organisierte Wohnformen der Grundversorgung sowie in Projekte der Wiener Flüchtlingshilfe. Weitere 718 Wohnungen wurden für das mobil betreute Wohnen genutzt, 130 Einheiten dienten dem sogenannten „integrationsfördernden Wohnen”.
FPÖ sieht massive Schieflage bei Vergabe
Für die FPÖ sind diese Zahlen ein Beleg dafür, dass das Vergabesystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Parteichef Dominik Nepp kritisiert die aktuelle Praxis scharf und fordert eine grundlegende Neuausrichtung: „Das ist eine soziale Ungerechtigkeit. Die Vergabe von Gemeindewohnungen muss an die Staatsbürgerschaft gebunden sein.“
Die Freiheitlichen drängen auf eine sofortige Reform der Vergabekriterien und verweisen dabei auf Regelungen in anderen Städten. So ist in Wels der Zugang zu gefördertem Wohnraum beispielsweise an eine mehrjährige Hauptwohnsitzmeldung in Österreich sowie an mehrere Jahre Beitragszahlungen ins Sozialsystem geknüpft. Nach Ansicht der FPÖ könnte ein solches Modell auch in der Bundeshauptstadt für mehr Fairness sorgen.

Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!