Dublin. – Die Ausgaben Irlands für die Unterbringung von Migranten haben sich seit Beginn der 2020er-Jahre vervielfacht. Das geht aus einer Berechnung des Statistikers Jonatan Pallesen hervor. Pallesen stützt seine Darstellung auf einen Ausgabenbericht des irischen Justizministeriums aus dem Jahr 2019 sowie auf parlamentarische Anfragen. Die Daten weisen für das Jahr 2025 Gesamtausgaben von rund 1,92 Milliarden Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es demnach sogar etwa 2,17 Milliarden Euro.
Pallesen setzt die aktuellen Aufwendungen zudem ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung des Landes. Demnach gibt Irland inzwischen rund 0,6 Prozent seines Bruttonationaleinkommens (BNE) allein für die Unterbringung der betreffenden Personengruppen aus.
Kosten steigen seit 2020 stark an
Die langfristige Entwicklung fällt damit deutlich aus. Zwischen 2004 und dem Ende der 2010er-Jahre lagen die Unterbringungskosten laut den Daten noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Ab 2019 setzte ein kräftiger Anstieg ein, der sich insbesondere nach 2021 noch einmal beschleunigte. Die Daten für 2022 zeigen bereits Ausgaben von mehreren hundert Millionen Euro. Im Jahr 2023 lagen diese bei mehr als 600 Millionen Euro. Im Jahr 2024 wurde schließlich erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro überschritten.
Die Ausgaben verteilen sich auf zwei große Bereiche: die Unterbringung von Menschen im irischen Asylsystem über den International Protection Accommodation Service (IPAS) beziehungsweise das frühere Direct Provision System sowie die Unterbringung von Personen, die aufgrund des Ukrainekrieges vorübergehenden Schutz in Irland erhalten haben (Beneficiaries of Temporary Protection, BOTP).




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