Im US-Bundesstaat Ohio müssen sich drei Personen wegen des gewaltsamen Todes eines siebenjährigen Jungen verantworten. Laut der Staatsanwaltschaft sollen Kaitlin Evans und ihre beiden Partner Kirby Rankin sowie Nessa Keaney über den verschlüsselten Messenger Signal die Entführung und Tötung des Kindes geplant haben. Rankin und Keaney werden in mehreren US-Medien als Transpersonen beschrieben.
Anklage wegen Mordes
Der siebenjährige William Evans-Ellis wurde am 6. August tot in einem Schrank eines Hauses im Cincinnatier Stadtteil Oakley gefunden. Sein Körper war mit Klebeband fixiert. Die Ermittler gehen von schweren Misshandlungen über einen längeren Zeitraum aus. Eine Grand Jury im Hamilton County erhob am 13. August Anklage gegen die 38-jährige Mutter des Kindes, Kaitlin Evans, sowie gegen Kirby Rankin und Nessa Keaney. Ihnen werden insgesamt 13 Straftatbestände zur Last gelegt. Dazu gehören unter anderem Mord, schwerer Mord, Entführung, schwere Körperverletzung, Kindesgefährdung sowie Verschwörung zu Mord und Entführung. Alle drei Beschuldigten bekannten sich am 14. August für nicht schuldig.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, die Tat sei nicht lediglich das Ergebnis einer spontanen Eskalation gewesen. The Post Millennial berichtet unter Berufung auf die Anklageschrift, dass die drei Beschuldigten zwischen Anfang Juli und dem 6. August Text- und Audionachrichten über die Messenger-App Signal ausgetauscht haben sollen. Darin soll es um Pläne zur Entführung und Tötung Williams gegangen sein.
Ermittler berichten von schweren Misshandlungen
Laut der Gerichtsmedizinerin des Hamilton County, Lakshmi Sammarco, starb der Siebenjährige infolge stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Die Obduktion habe zudem einen gebrochenen Oberarm und zahlreiche Blutergüsse unterschiedlichen Alters ergeben. Ein Ermittler sagte vor Gericht aus, es gebe zudem Hinweise auf Misshandlungen mit Wasser und Verbrennungen. Weitere Laboruntersuchungen stünden zunächst noch aus. Einige der Verletzungen sollen bereits in den Wochen vor Williams Tod entstanden sein. Der erfahrene Mordermittler Kyle Smith bezeichnete den Fall laut FOX19 als einen der verstörendsten Fälle von Kindesmisshandlung, die er in seinen 21 Jahren im Polizeidienst erlebt hat.
Beschuldigte werden als transgender beschrieben
Sowohl The Post Millennial als auch die New York Post und Restoration News beschreiben Rankin und Keaney als trans beziehungsweise transident. Evans wird ebenfalls als trans beziehungsweise nichtbinär beschrieben. Laut der Staatsanwaltschaft lebten die drei Beschuldigten gemeinsam und übernahmen zusammen die Betreuung des Kindes. The Post Millennial berichtet außerdem über politische Aktivitäten und Beiträge aus dem Umfeld der Beteiligten. Demnach finden sich im Umfeld der Beteiligten auf Social-Media-Konten Bezüge zur Antifa- und Transaktivistenszene. Rankin soll zudem eine Tätowierung mit dem Schriftzug „This machine kills fascists“ tragen.
Ein Mitschnitt eines Notrufs liefert weitere Hinweise auf die Vorgänge unmittelbar vor der Entdeckung des Kindes. Demzufolge sei Evans einige Stunden vor dem Fund ihres Sohnes barfuß in einer Notaufnahme erschienen. Eine Krankenschwester habe der Leitstelle berichtet, dass Evans behauptet habe, ihre Partnerin wolle sie töten und habe ihren Sohn an sich genommen. Auf die Frage, um wen es sich handle, nannte Evans den Namen Kirby Rankin.
Staatsanwaltschaft schließt Todesstrafe nicht aus
Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Beschuldigten vor, ihre Verantwortung gegenüber dem siebenjährigen Jungen auf besonders schwere Weise verletzt zu haben. Für schweren Mord kann in Ohio eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung verhängt werden. Auch die Todesstrafe kommt grundsätzlich infrage. Zum Zeitpunkt der Berichte hatte die Staatsanwaltschaft noch nicht entschieden, ob sie diese beantragen wird. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Todes dauern an. Die gegen Evans, Rankin und Keaney erhobenen Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt, weshalb für alle drei die Unschuldsvermutung gilt.





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