AfD punktet bei Erstwählern und kann sich über Platz 1 freuen
Laut einer aktuellen Umfrage kommt die AfD bei Erstwählern besonders gut an. Sie liegt in den Erhebungen auf Platz eins, gefolgt von der Linken.
Die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla scheint bei Erstwählern besonders gut anzukommen.
© IMAGO / HMB-MediaBerlin. – Die Bundestagswahl 2025 zeigt eine bemerkenswerte Entwicklung im Wahlverhalten der jungen Generation. Die Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“ ergab, dass insbesondere Erstwähler eine Präferenz für die AfD und die Linke haben. Diese beiden Parteien dominieren mit 20 beziehungsweise 19 Prozent die Präferenzen der 18- bis 21-Jährigen, gefolgt von den Grünen (14 Prozent), der CDU/CSU (12 Prozent) und der SPD (elf Prozent).
Einfluss Sozialer Medien auf Erstwähler
Ein wesentlicher Faktor für das Wahlverhalten der jüngsten Wählergruppe ist die digitale Wahlkampfstrategie. „Bei den Erstwählenden liegen mit der AfD und der Linken zwei Parteien ganz vorne, die einen besonders starken Fokus auf einen digitalen Wahlkampf in den sozialen Medien gelegt haben“, erklärt Studienautor Kilian Hampel. Bereits in der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2024“ hatten 62 Prozent der 18- bis 21-Jährigen angegeben, Soziale Medien als wichtigste Informationsquelle für Politik und Nachrichten zu nutzen.
Ein auffälliges Ergebnis der Studie ist auch der Erfolg der Linken unter jungen Wählern. „Der Hype der Linken hängt mit ihrer starken Fokussierung auf soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum und die Positionierung gegen rechts zusammen“, analysiert Klaus Hurrelmann. Drei typische Begründungen für die Wahlentscheidung zugunsten der Linken zeigen aber auch, dass viele Wähler die Linke nur wählen, um „gegen rechts“ zu stimmen. So hätten Befragte erklärt, sie wollten verhindern, „dass es eine komplett rechte Regierung gibt“ und hätten sich deshalb über strategisches Wählen informiert. Andere hätten angegeben, die Linke habe „gute Ansichten, keine rechtsextremistischen Tendenzen.“
Erstwähler-Anteil an der AfD-Wählerschaft wächst
Während sich der insgesamt zu beobachtende Rechtsruck in der Gesamtbevölkerung laut der Umfrage abschwächt, zeigt sich bei den Erstwählern ein anderer Trend. Der Anteil der 18- bis 21-Jährigen an der Wählerschaft der AfD nimmt deutlich zu. Die Partei profitiert besonders bei jungen Männern, wie ein Blick auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Parteipräferenz zeigt: Während die Grünen bei jungen Frauen deutlich besser abschneiden (w: 24 Prozent; m: 14 Prozent), ist die AfD bei jungen Männern stärker (w: 15 Prozent; m: 21 Prozent). Ein ähnliches Muster zeigt sich für die CDU/CSU (w: 12 Prozent; m: 20 Prozent).
Das Spezial zur Bundestagswahl basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1.684 wahlberechtigten jungen Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren. Die Befragung fand zwischen dem 10. Januar und dem 16. Februar 2025 statt.