Hamburg. – Im Jahr 2025 wurden in Hamburg lediglich 15 antiziganistisch motivierte Straftaten erfasst. Gleichzeitig investiert der Senat knapp 100.000 Euro in eine Kampagne gegen Antiziganismus. Dies geht aus der Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Abgeordneten Dirk Nockemann und Krzysztof Walczak hervor, die FREILICH exklusiv vorliegt. Die Gesamtkosten der Kampagne belaufen sich offiziellen Angaben zufolge auf genau 97.967,66 Euro.
Hohe Summen für Agentur und Veranstaltungen
Ein erheblicher Teil des Budgets wurde für externe Leistungen eingesetzt. So erhielt die beauftragte Kommunikationsagentur beispielsweise mehr als 50.000 Euro für die Umsetzung der Maßnahmen. Für mehrere Veranstaltungen, die im Zeitraum zwischen April und Juni 2026 stattfinden, wurden zusätzlich über 17.000 Euro eingeplant. Die Kampagne umfasst unter anderem Werbung im öffentlichen Nahverkehr, Anzeigen in verschiedenen Medien, Plakataktionen und digitale Inhalte. Auch Informationsmaterialien und Veranstaltungen sind Teil der Strategie.
Neben den großen Posten fallen auch die kleineren Ausgaben ins Gewicht. So wurden beispielsweise Honorare für einzelne Protagonisten der Kampagne gezahlt. Zudem entstanden Kosten für Druckprodukte, Roll-ups und Werbeflächen. Die Personalkosten innerhalb der Verwaltung wurden hingegen nicht gesondert ausgewiesen, da die Umsetzung im Rahmen regulärer Aufgaben erfolgte.
Senat verweist Dunkelfeld
Der Senat begründet die Maßnahmen mit einer grundlegenden gesellschaftlichen Problemlage. Antiziganismus sei historisch verwurzelt und wirke bis heute fort. Studien und Berichte würden belegen, dass Angehörige dieser Minderheit nach wie vor Diskriminierung erfahren. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass die geringe Zahl registrierter Straftaten nicht zwingend das tatsächliche Ausmaß abbilde. Vielmehr könne ein erhebliches Dunkelfeld bestehen, da viele Vorfälle nicht zur Anzeige gebracht würden.
Die Kampagne ist Teil einer umfassenderen politischen Strategie, die darauf abzielt, die Sichtbarkeit von Sinti und Roma zu stärken. Das Ziel besteht demnach darin, Vorurteile abzubauen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Die Stadt setzt dabei auf Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung, um Diskriminierung entgegenzuwirken.
Kritik an Kosten-Nutzen-Verhältnis
Scharfe Kritik an den hohen Ausgaben kommt unterdessen aus der Opposition. Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Dirk Nockemann, erklärte, hier werde „ein völlig unverhältnismäßiger Popanz betrieben und ein dicker Batzen Steuergelder verbraten“. Rot-Grün sehe „Gespenster“ und propagiere einen „besonderen Förderbedarf“ für Roma und Sinti – die Kriminalitätsstatistik strafe sie jedoch Lügen, so der Abgordnete. Die Minderheit sei in Hamburg genauso sicher, wie jede andere – „dafür braucht es keine kostspieligen Kampagnen“, betont er weiter. Die „Ausgabensucht“ von Rot-Grün für „Sinnlosprojekte“ sei mittlerweile „nur noch schamlos und unverantwortlich gegenüber den steuerzahlenden Bürgern“, so die Kritik.






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