Berlin. – Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion zur politisch motivierten Kriminalität im Bereich „rechts“ für das vierte Quartal 2025 enthält Zahlen, die sich nur eingeschränkt mit der oft beschworenen allgegenwärtigen „rechten Gewaltwelle“ vereinbaren lassen. Zwar wirkt die Gesamtzahl auf den ersten Blick hoch, doch ein genauerer Blick in die Statistik zeigt, dass es eine deutliche Differenz zwischen tatsächlicher Gewalt und sogenannten Äußerungs- oder Propagandadelikten gibt.
Viele Delikte – aber nur wenige Gewalttaten
Demnach wurden dem Phänomenbereich PMK-rechts im vierten Quartal 2025 insgesamt 4.349 Straftaten zugeordnet. Davon entfielen 1.467 Fälle auf den Oktober, 1.314 auf den November und 1.568 auf den Dezember. Unter diesen 4.349 Delikten befanden sich 181 Gewalttaten. Damit lag der Anteil der Gewaltdelikte deutlich unter dem Gesamtaufkommen. Der überwiegende Teil der erfassten Straftaten bestand nicht aus körperlichen Angriffen oder schweren Gewalttaten.
Ein Blick auf die Detailangaben zeigt, womit die Statistik vor allem gefüllt ist. Insgesamt werden für das Quartal fast 2.900 Propagandadelikte genannt, daneben mehrere Fälle der Verunglimpfung von Verfassungsorganen beziehungsweise des Staates und seiner Symbole sowie zahlreiche Störungen des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Hinzu kommen insgesamt 420 Volksverhetzungen, fast 450 Beleidigungen sowie über 40 verhetzende Beleidigungen. Die Zahlen zeigen, dass Propagandadelikte, Beleidigungen und Volksverhetzungen einen erheblichen Teil der Statistik ausmachen.
Gewalt bleibt die Ausnahme: Zahlen im Detail
Auch bei den Gewaltdelikten selbst ergibt sich ein differenziertes Bild. Im gesamten Quartal werden zwei versuchte Tötungsdelikte sowie insgesamt 157 Körperverletzungen registriert. Hinzu kommen fünf Brandstiftungen, drei Raubdelikte, ein gefährlicher Eingriff in den Schiffs-, Luft-, Bahn- und Straßenverkehr sowie 13 Widerstandsdelikte. Tötungsdelikte blieben damit im gesamten Quartal auf zwei versuchte Fälle begrenzt.
Die Zahl der verletzten Personen unterstreicht diesen Befund. Im gesamten vierten Quartal 2025 wurden infolge von Straftaten, die dem Phänomenbereich PMK-rechts zuzuordnen sind, insgesamt 135 Personen verletzt, davon 44 im Oktober, 29 im November und 62 im Dezember. Todesopfer rechter Gewalt wurden in keinem der drei Monate gemeldet. Somit gab es im gesamten Quartal Verletzte, aber keinen einzigen gemeldeten Todesfall.
Auch die Jahreszahlen relativieren die Debatte. So wurden in den Monaten Januar bis Dezember 2025 insgesamt 41.072 Straftaten mit politisch rechtsmotiviertem Hintergrund gemeldet. Darunter waren 1.521 Gewaltdelikte. Selbst im Jahresüberblick wird deutlich, dass Gewaltdelikte nur einen Teil der Gesamtstatistik ausmachen.





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