Berlin. – Trotz weiterhin hoher Zuwanderungszahlen sieht die CDU Fortschritte in der Migrationspolitik. Unionsfraktionschef Jens Spahn verweist auf sinkende Zahlen bei der illegalen Migration und sieht erste Erfolge der eingeleiteten Maßnahmen. Gleichzeitig bleibt die Kritik laut. Beobachter und Kommentatoren bezweifeln, dass von einem Ende der Migrationskrise gesprochen werden kann.
Spahn sieht Fortschritte bei Migration
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) betont Spahn, dass die Politik eine Trendwende eingeleitet habe. „Wir haben begonnen, das Problem der irregulären Migration zu lösen. Die Zahlen der illegal Einreisenden sind sehr deutlich gesunken“, so der CDU-Politiker. Zugleich räumt er ein, dass die Auswirkungen der vergangenen Jahre weiterhin spürbar sind: „Im Alltag hat sich die Situation an vielen Schulen und Bahnhöfen jedoch noch nicht spürbar verbessert, die Folgen der irregulären Migration der letzten zehn Jahre sind vielerorts spürbar.“ Auch strukturelle Probleme sieht Spahn weiterhin: „Zu oft scheitert Integration und endet in Kriminalität.“ Dennoch verweist er auf eine veränderte Wahrnehmung in der Bevölkerung: „Die Menschen sehen, dass sich bei Migration ziemlich was bewegt.“
Kritik an Union
In den Sozialen Netzwerken wird diese Darstellung scharf kritisiert. Dort wird argumentiert, dass von einer echten Entspannung keine Rede sein könne. Für das Jahr 2025 wird eine Gesamtzuwanderung von rund 250.000 Menschen genannt, für 2026 eine Hochrechnung von etwa 200.000. Insgesamt seien seit 2015 mehr als drei Millionen Menschen nach Deutschland gekommen, während Rückführungen weiterhin nur in geringem Umfang stattfänden.
Weiterhin hohes Niveau bei Asylanträgen
Tatsächlich zeigen die offiziellen Daten ein gemischtes Bild. So wurden laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Jahr 2025 insgesamt 168.543 Asylanträge gestellt, was einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr darstellt. Auch im Jahr 2026 setzt sich dieser Trend bislang fort: Die Zahl der Erstanträge liegt deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.
Gleichzeitig bleibt die Gesamtzuwanderung hoch. Neben Asylanträgen spielt insbesondere der Familiennachzug eine Rolle: Im Jahr 2025 wurden über 110.000 entsprechende Visa erteilt. Zusammengenommen ergibt sich daraus weiterhin eine Zuwanderung von mehreren hunderttausend Personen pro Jahr. Langfristig summieren sich die Zahlen somit bei gleichzeitig geringer Rückführung erheblich.






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