Berlin. – Mehr als die Hälfte der Deutschen spricht sich dafür aus, die finanziellen Hilfen für die Ukraine zurückzufahren. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA hervor. Demnach befürworten 53 Prozent der Befragten geringere Zahlungen an Kiew. Nur neun Prozent wünschen sich eine Aufstockung der Unterstützung, während 23 Prozent am bisherigen Umfang festhalten wollen. Die übrigen 15 Prozent machten keine Angabe oder waren unentschlossen.
BSW- und AfD-Anhänger besonders für Kürzungen
Am stärksten ist der Wunsch nach einer Verringerung der Ukraine-Hilfen unter den BSW-Anhängern ausgeprägt. Dort sprechen sich 78 Prozent für weniger finanzielle Unterstützung aus. Bei der AfD sind es mit 77 Prozent nahezu ebenso viele. Auch unter den Wählern der Linkspartei findet sich mit 53 Prozent eine Mehrheit für Kürzungen. Bei der FDP sind es 49 Prozent, während jeweils 41 Prozent der Anhänger von CDU/CSU und SPD Kürzungen befürworten. Bei den Grünen sieht es anders aus. Hier wollen 48 Prozent die bisherigen Zahlungen beibehalten und 18 Prozent wünschen sich sogar höhere Ausgaben. Lediglich 22 Prozent sprechen sich für eine Verringerung der Hilfen aus. Besonders gering ist die Zustimmung zu zusätzlichen Zahlungen beim BSW. Nur zwei Prozent seiner Anhänger befürworten eine Aufstockung. Unter AfD- und Linken-Wählern sind es jeweils sieben Prozent.
AfD in Sonntagsfrage weiterhin klar vor der Union
Neben der Haltung zur Ukraine-Unterstützung hat INSA auch die aktuellen Parteipräferenzen erhoben. Dabei erreicht die AfD 30 Prozent und bleibt trotz eines Rückgangs um einen halben Prozentpunkt stärkste Kraft. Die Union verbessert sich um einen Punkt auf 18,5 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 14 Prozent und die SPD mit 13,5 Prozent. Beide Parteien verlieren im Vergleich zur vorherigen Erhebung: Die Grünen einen halben und die Sozialdemokraten einen ganzen Prozentpunkt. Die Linkspartei erreicht zehn Prozent, was einem Rückgang um 0,5 Punkte entspricht. FDP und BSW bleiben mit 4,5 beziehungsweise 3,5 Prozent unter der Fünfprozenthürde und wären damit laut aktuellem Umfragestand nicht im Bundestag vertreten.
Mehrheit rechnet mit weiteren Verlusten für Union
Auch bei der Einschätzung der künftigen Kräfteverhältnisse fällt das Ergebnis für die Regierungsparteien ungünstig aus. 60 Prozent der Befragten erwarten, dass CDU und CSU innerhalb der kommenden zwölf Monate an Zustimmung verlieren werden. Bei der SPD rechnen 47 Prozent mit einer Verschlechterung. Der AfD trauen hingegen 52 Prozent der Befragten weitere Zugewinne zu. Nur 15 Prozent gehen davon aus, dass die Partei in diesem Zeitraum an Stärke verlieren wird. Ein Aufwärtstrend der Linkspartei wird von 22 Prozent erwartet. Für die Grünen und das BSW erwarten jeweils 14 Prozent eine Verbesserung. Deutlich weniger Zuversicht besteht hinsichtlich der Union und der SPD: Nur acht Prozent sehen die beiden Regierungsparteien in den kommenden zwölf Monaten im Aufwind. Bei der FDP sind es sieben Prozent.





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