London. – Ein neu veröffentlichter Bericht der unabhängigen britischen „Rape Gang Inquiry“ sorgt im Vereinigten Königreich für heftige Turbulenzen. Die Untersuchung befasst sich mit organisiertem sexuellem Kindesmissbrauch durch sogenannte Grooming-Gangs und kommt zu dem Schluss, dass es sich dabei nicht um vereinzelte lokale Skandale, sondern um ein landesweites Phänomen gehandelt habe. Die Autoren werfen Polizei, Jugendämtern, Schulen, Gesundheitsbehörden und Politikern schweres Versagen vor.
Bericht: Mindestens 250.000 betroffene Mädchen
Eine der aufsehenerregendsten Feststellungen des Berichts ist die Schätzung, dass im Vereinigten Königreich mindestens 250.000 überwiegend weiße britische Mädchen Opfer von sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung, Menschenhandel und weiterer schwerer Gewalt geworden seien. Die tatsächliche Zahl könnte nach Einschätzung der Autoren deutlich höher liegen, da viele Fälle nie angezeigt oder statistisch erfasst worden seien.
Der Bericht verweist darauf, dass bereits frühere Untersuchungen in Städten wie Rotherham, Telford oder Oxford auf ein erhebliches Dunkelfeld hingedeutet hätten. Zudem seien inzwischen in mindestens 149 britischen Verwaltungsbezirken Fälle organisierter sexueller Ausbeutung dokumentiert worden.
Täter gingen nach ähnlichem Muster vor
Laut der Untersuchung hätten die Täter über Jahre hinweg vergleichbare Methoden angewandt. Oft betroffen gewesen seien demnach Mädchen im Alter von elf bis fünfzehn Jahren, die als besonders verletzlich wahrgenommen worden seien. Dem Bericht zufolge seien die Opfer zunächst durch Aufmerksamkeit, Geschenke, Alkohol, Zigaretten oder Drogen an die Täter gebunden worden. Anschließend seien sie in Wohnungen, Hotels, Restaurants oder an anderen Treffpunkten sexuell missbraucht worden. Mehrere Zeugenaussagen schilderten zudem Gewalt, Einschüchterung, Erpressung, Menschenhandel zwischen verschiedenen Städten und Schwangerschaften infolge der Übergriffe.
Mehrheit der Täter mit muslimischem Hintergrund
Besonders brisant sind die Aussagen zur ethnischen und religiösen Zusammensetzung der Tätergruppen. Laut dem Bericht hätten bei ausgewerteten Gerichtsverfahren und offiziellen Untersuchungen rund 87 Prozent der verurteilten Täter in Fällen gruppenbasierter sexueller Ausbeutung Namen getragen, die auf einen muslimischen Hintergrund hindeuteten.
Zudem wird Imam Taj Hargey mit der Einschätzung zitiert, der tatsächliche Anteil muslimischer Täter in den „Grooming-Gangs“ könne bei etwa 95 Prozent liegen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten dieser Netzwerke überwiegend aus Männern pakistanischer Herkunft bestanden hätten. Daneben werden auch kleinere Gruppen mit somalischem, iranischem, syrischem, türkischem oder anderem muslimischem Hintergrund erwähnt.
Polizei, Behörden und Politik werden schwer belastet
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts ist das beklagte Versagen staatlicher Institutionen. Die Untersuchung wirft den Behörden vor, Warnsignale über Jahre hinweg ignoriert zu haben. Demnach hätten Polizeikräfte Hinweise nicht konsequent verfolgt, Jugendämter hätten gefährdete Kinder nicht ausreichend geschützt und Schulen hätten auffällige Entwicklungen häufig nicht ernst genommen.
Zahlreiche Zeugenaussagen schilderten Situationen, in denen Opfer trotz offensichtlicher Hinweise auf sexuellen Missbrauch nicht als schutzbedürftig behandelt worden seien. Manche Mädchen seien stattdessen als freiwillige Teilnehmerinnen oder als Problemfälle eingestuft worden. Die Autoren führten dies unter anderem auf die Sorge zurück, durch Ermittlungen gegen Tätergruppen bestimmter Herkunft rassistische Spannungen auszulösen oder Vorwürfen der Diskriminierung ausgesetzt zu werden.
Auch politische Verantwortung steht im Fokus
Der Bericht erhebt zudem Vorwürfe gegen politische Entscheidungsträger. Insbesondere Labour-Politiker und von Labour geführte Kommunen werden beschuldigt, Warnungen über Jahre hinweg nicht ausreichend berücksichtigt zu haben. Laut der Untersuchung hätten politische Rücksichtnahmen und die Angst vor gesellschaftlichen Konflikten dazu beigetragen, dass das Ausmaß des Problems lange Zeit nicht offen diskutiert worden sei.
In diesem Zusammenhang wird auch auf die Zeit verwiesen, in der Keir Starmer als Director of Public Prosecutions (DPP) tätig war. Der Bericht verweist zudem auf andere Berichte, denen zufolge während Starmers Amtszeit als Director of Public Prosecutions mehr als 13.000 mutmaßliche Sexualstraftäter und Pädophile lediglich mit einem Verwarnungsschreiben davongekommen sein sollen. Die Untersuchung wertet dies als Beispiel für ein insgesamt unzureichendes Vorgehen gegen Sexualdelikte.
Rupert Lowe sieht Einwanderungspolitik als Ursache
Im Vorwort des Berichts übte Rupert Lowe (Restore Britain), der die „Rape Gang Inquiry“ nach eigenen Angaben mit seinem Team und mithilfe von Spenden tausender Unterstützer vorantrieb, scharfe Kritik an den Fällen. Diese seien die Folge einer jahrzehntelangen Einwanderungs- und Multikulturalismuspolitik. Nach seiner Auffassung hätten die Angst vor Rassismusvorwürfen sowie politische Rücksichtnahmen dazu beigetragen, dass die Taten über lange Zeit nicht konsequent verfolgt worden seien. Lowe fordert eine umfassende Aufarbeitung, die Sicherung aller relevanten Gerichtsakten sowie strafrechtliche Konsequenzen für Verantwortliche in Behörden und Politik. Zugleich spricht er sich für die härtestmöglichen Strafen gegen bislang nicht oder nur unzureichend belangte Täter aus.







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