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Politik

Nach Nowak-Mord: Grüne Politikerin nennt Debatte um antiweißen Rassismus rechten Trick

Der Mord an Henry Nowak hat eine Debatte über antiweißen Rassismus ausgelöst. Die Grünen-Politikerin Marlene Schönberger bestreitet jedoch dessen Existenz und bezeichnet ihn als rechtes Narrativ.

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Marlene Schönberger (Grüne) hält die Debatte über antiweißen Rassismus für eine rechte Instrumentalisierung.
Marlene Schönberger (Grüne) hält die Debatte über antiweißen Rassismus für eine rechte Instrumentalisierung. (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

Berlin. – Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger hat die Debatte über antiweißen Rassismus, die nach dem Mord an dem britischen Jugendlichen Henry Nowak aufgekommen ist, als Teil einer rechten Kampagne dargestellt. In einem Facebook-Beitrag weist sie die These zurück, der Fall könne als Beispiel für Rassismus gegen Weiße gelten, und wirft denjenigen, die dies so sehen, politische Instrumentalisierung vor.

Mordfall Henry Nowak löst internationale Debatte aus

Anlass für Schönbergers Stellungnahme ist das Urteil gegen Vickrum Digwa. Der damals 23-jährige britische Sikh hatte im vergangenen Dezember mehrfach auf den 18-jährigen Henry Nowak eingestochen und dabei tödlich verletzt. Der Fall wird inzwischen weit über Großbritannien hinaus diskutiert. Auch der amerikanische Vizepräsident JD Vance griff ihn öffentlich auf und verband ihn mit einer Debatte über Migration, gesellschaftliche Spannungen und antiweißen Rassismus.

Die Grünen-Politikerin widerspricht dieser Sichtweise ausdrücklich. Zur Begründung schreibt sie: „Rassismus ist ein Weltbild, das Herrschaft und Ausbeutung rechtfertigt.“ Daraus zieht sie die Schlussfolgerung: „Deshalb gibt es keinen Rassismus gegen die weiße Mehrheit.“ Menschen, die den Fall Nowak als Beispiel für antiweißen Rassismus diskutieren, wirft sie vor, rechte Narrative zu bedienen. Wörtlich erklärt sie: „Diese Instrumentalisierung ist beschämend. Und sie wird auf dem Rücken der Betroffenen von Rassismus geführt.“

Grüne Abgeordnete sieht „rechte Talking Points“

In ihrem Beitrag bezeichnet Schönberger die Vorstellung eines Rassismus gegen Weiße als bloßes politisches Schlagwort. Sie schreibt: „Während es ‚Rassismus gegen Weiße‘ jenseits von rechten Talking Points nicht gibt, gibt es sehr wohl Rassismus gegen ‚weiß-gelesene‘ Menschen: anti-slawischen Rassismus.“

Zur Untermauerung ihrer Argumentation verweist Schönberger auf die nationalsozialistische Ideologie. Anti-slawischer Rassismus sei historisch tief in diesem Weltbild verankert gewesen. Das „Slawische“ sei dort zum Gegenbild des „Deutschen“ erklärt worden. Auf dieser Grundlage seien Unterwerfung und Ausbeutung gerechtfertigt worden. Die Bundestagsabgeordnete verweist außerdem auf die Geschichte Großbritanniens. Die Briten hätten große Teile der Welt kolonisiert, Menschen beherrscht und ausgebeutet. Dabei seien rassistische Ideologien eingesetzt worden, um Herrschaft und Gewalt zu legitimieren. Das „Gerede von ‚Rassismus gegen die weiße Mehrheit‘“ sei der „schäbige Versuch, diese Geschichte zu verschleiern“, meint die Abgeordnete.

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