Funktionäre und Wähler fordern von einem Bundesparteiobmann der FPÖ zurecht eine klare inhaltliche Linie, eine deutliche Abgrenzung zur ÖVP und eine stringente rechte Positionierung. Herbert Kickl bietet zu wenig davon.
Das Kapitel der leidigen Doppelspitze ist endlich abgeschlossen. Sie war von Anfang an eine Fehlkonstruktion. Nach dem Rückzug von Norbert Hofer herrscht wieder Klarheit über die Linie, Ausrichtung und Strategie der Partei. Die FPÖ ist sowohl für ihre Sympathisanten und potenziellen Wähler als auch für ihre politischen Gegner wieder klar einzuordnen. Sie hat mit Herbert Kickl einen für alle erkennbaren politischen USP bekommen.
Aktuell kocht wieder einmal eine Identitären-Debatte in den Medien hoch. Der designierte FPÖ-Chef Herbert Kickl wurde von PULS4 und Der Standard zur rechten Aktivistengruppe befragt. Die ÖVP tobt, weil Kickl die Identitären als rechte NGO bezeichnet, mit der es auch inhaltliche Schnittmengen gebe. In der gesamten Debatte nicht zu Wort kommt hingegen Identitären-Chef Martin Sellner. Im folgenden Gastbeitrag für die TAGESSTIMME äußert sich Sellner über FPÖ-Chef Kickl und notwendige Reformen in der Partei:
Herbert Kickl ist in dieser Woche zum neuen designierten FPÖ-Chef gewählt worden. Im TAGESSTIMME-Interview spricht er über seine Ziele, den Protest gegen die Regierung und das Verhältnis zur ÖVP.
Jedes Mal, wenn in letzter Zeit etwas mit den Freiheitlichen passiert ist, wurde eine „freiheitliche Familie“ beschworen. Es ist Zeit, wieder zur Partei zurückzukehren und Politik zu machen. Dazu braucht es Herbert Kickl als Parteiobmann.