„Return to the Land“-Gründer Eric Orwoll: „Weiße haben auch ein Recht auf Selbstbestimmung“
Eric Orwoll gründete in den USA die umstrittene Gemeinschaft „Return to the Land“, die eine Rückkehr zur Natur sowie den Aufbau geplanter Gemeinschaften propagiert. Im FREILICH-Interview erklärt er, warum Identität, Tradition und Selbstbestimmung im Zentrum seines Projekts stehen.
Eric Orwoll ist der Gründer der Gemeinschaft „Return to the Land”, die in den vergangenen Wochen und Monaten international für Schlagzeilen gesorgt hat.
Ein Mann aus Arkansas sorgt in den Vereinigten Staaten und weit darüber hinaus für Aufsehen. Eric Orwoll ist der Gründer der Gemeinschaft „Return to the Land”. Dieses Projekt ist umstritten. Einige bezeichnen es als „weißes suprematistisches” Projekt, andere als visionär. Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Westeuropa, des Verlusts von Orientierungspunkten und des Niedergangs von Institutionen bietet Orwoll mit seiner Gemeinschaft eine Alternative, die auf einer Rückkehr zur Natur basiert. Wir wollten daher verstehen: Wer ist Orwoll? Was will er retten? Und was kann er den Menschen in Europa sagen, die dasselbe Unbehagen empfinden, aber noch nicht den Schritt gewagt haben?
FREILICH: Herr Orwoll, vielen Dank, dass Sie sich zu diesem Interview bereit erklärt haben. Können Sie sich zunächst vorstellen?
Eric Orwoll: Mein Name ist Eric Orwoll und ich bin Präsident und Mitbegründer des Vereins „Return to the Land“. Seit zehn Jahren setze ich mich für sogenannte „intentional communities“, also geplante Gemeinschaften, als Lösung für all jene ein, die befürchten, dass sich unsere Gesellschaft durch den rasanten demografischen Wandel in ihrer Integrität auflöst. Darüber hinaus habe ich Videos über platonische Philosophie und Paläoanthropologie veröffentlicht.
Können Sie uns erzählen, wie das Projekt „Return to the Land“ entstanden ist?
Nachdem ich 2023 ein Video veröffentlicht hatte, in dem ich die Idee eines Netzwerks aus geplanten Gemeinschaften und Medienzentren vorstellte, meldeten sich einige Männer, die helfen wollten. Wir führten mehrere Monate lang wöchentliche Gespräche und erarbeiteten gemeinsam Pläne. Im September 2023 trafen wir uns schließlich, um die Infrastruktur für ein Lager auf einem Grundstück zu errichten, das mir damals im Süden Missouris gehörte.
Während dieser Zeit besichtigten wir auch Grundstücke in der Umgebung und beschlossen schließlich, unsere Mittel zusammenzulegen, um eine größere Gemeinschaft ins Leben zu rufen. Unser derzeitiger Sekretär Peter Csere schlug die erste Version unseres rechtlichen Rahmens vor, den wir seither weiterentwickeln.
Wann haben Sie entschieden, dass es zu einer lebenswichtigen Notwendigkeit geworden ist, „unter seinesgleichen“ zu leben?
Wenn wir nicht beschließen, zusammenzuleben, wird das Einzigartige an unserer Lebensweise und an unserem Volk letztlich verschwinden. Andere Gruppen kommen nicht in westliche Länder, um sich zu assimilieren und unsere Traditionen zu bewahren. Oft wollen sie auch Stützpunkte ihrer eigenen Kultur und Weltanschauung schaffen. Weiße Menschen teilen eine gemeinsame Geschichte, die viele Tausend Jahre zurückreicht. Die Werte und Traditionen, die wir entwickelt haben, sind Teil unseres Wesens als Volk.
In der Evolutionsgeschichte trennten wir uns vor mehr als 70.000 Jahren von den Menschen in Subsahara-Afrika und vor über 40.000 Jahren von den Menschen in Ostasien. Die Europäer haben hingegen in den letzten 40.000 Jahren eine verflochtene genetische Geschichte. Wir haben unsere eigenen Denkweisen entwickelt – nicht nur als einzelne Kulturen und Ethnien, sondern als Abstammungsgemeinschaft, die über Zehntausende von Jahren gemeinsam evolvierte. Dein Aussehen, die Struktur deines Gehirns, deine Denk- und Verhaltensweisen – all das ist in größerem oder geringerem Maße das Ergebnis dieser gemeinsamen Entwicklung auf dem europäischen Kontinent über Tausende von Jahren.
Wenn man das nicht bewahren will, respektiert man nicht, wer man ist. Wenn die indigenen Völker Europas und der ursprüngliche Bevölkerungsstamm der USA durch Menschen aus der Dritten Welt ersetzt werden – die oft deutlich höhere Geburtenraten haben –, werden unsere Gesellschaften grundlegend verändert. Wie das genau aussehen wird, weiß niemand; wenn einem das Schicksal der eigenen Kinder und Enkel am Herzen liegt, sollte man deshalb darüber nachdenken, Gemeinschaften zu schaffen, in denen man zumindest teilweise die Kontrolle hat und die dem Erhalt der eigenen Lebensweise als eigenständiges Volk gewidmet sind.
War das eine spirituelle oder politische Eingebung – oder einfach eine pragmatische Reaktion auf eine erlebte Situation?
Es war all das zugleich. Die Vorsehung hat die Entwicklung der verschiedenen Menschheitsvölker aus einem bestimmten Grund gelenkt. Ich finde es widersprüchlich, sich sehr um die Artenvielfalt und den Schutz bedrohter Tierarten und Unterarten zu sorgen, aber keinerlei Verantwortung für den Erhalt der einzigartigen Merkmale zu empfinden, die uns als Menschen auszeichnen. Gott und die Natur haben uns nicht als isolierte Individuen erschaffen, sondern als Teile größerer Traditionen und Ökosysteme. Den von unserem Schöpfer gegebenen Lebensstil zu bewahren, ist eine Möglichkeit, die Vorsehung zu ehren und dem Naturrecht zu vertrauen.
Von Natur aus haben Menschen den Instinkt, ihre eigenen Leute zu schützen und ihnen den Vorzug zu geben. Nur lang andauernde Indoktrination kann diesen Instinkt brechen. Ich glaube, dieser Instinkt ist in allen Lebensformen vorhanden – zum Wohle des Ganzen – und wenn wir unsere Gesellschaften bewusst gegen das Naturrecht gestalten, sind wir zum Scheitern verurteilt. Aus politischer und pragmatischer Sicht mache ich mir Sorgen um die Zukunft meiner Kinder und Enkel. Tatsache ist, dass viele Mitglieder anderer Gruppen Weiße nicht mögen und meine Kinder nicht als gleichwertig behandeln werden. Andere Gruppen arbeiten für ihr gemeinsames Wohl zusammen. Wenn wir das nicht auch tun, lassen wir unsere Kinder allein, anstatt ihnen Verbündete und Freunde zu geben.
Wie sieht Ihre Gemeinschaft heute konkret aus? Wer lebt dort, und wie ist sie organisiert?
Wir sind eine kleine, ländliche Gemeinschaft von nur wenigen Dutzend Menschen. Jeder arbeitet vor allem an seinem eigenen Hof oder Grundstück und wir sind nicht stark zentralisiert. Einmal pro Woche findet ein freiwilliges Gemeinschaftsessen statt. In mancher Hinsicht sind wir einfach eine Nachbarschaft, in der jeder seinen eigenen Angelegenheiten nachgeht, auch wenn wir ein gemeinsames Budget verwalten und uns um einige Infrastrukturen kümmern müssen, beispielsweise um Straßen und ein kleines Gemeinschaftszentrum. Dies wird hauptsächlich durch den Verwaltungsrat der Gesellschaft geregelt, der unser Land besitzt. Der Rat kann durch Wahlen ersetzt werden, veröffentlicht Sitzungsprotokolle und lädt Mitglieder zur Mitwirkung ein.
Welche Auswahlkriterien haben Sie für diejenigen, die sich Ihnen anschließen möchten?
Wir suchen Menschen, die sich mit ihrem europäischen Erbe identifizieren und traditionelle europäische Werte vertreten, wie sie in historischen, spirituellen oder philosophischen Texten belegt sind. Streng atheistische Personen oder Befürworter von LGBT-Werten würden wahrscheinlich nicht aufgenommen. Die Entscheidungen werden jedoch von Fall zu Fall getroffen.
Ihr Projekt betont den Gemeinschaftsgedanken. Wie definieren Sie „Identität“ – und warum ist sie zentral für Ihre Vision?
Die Identität einer Gemeinschaft setzt sich aus den Eigenschaften zusammen, die ihr funktionale Kohärenz verleihen und ihr Selbstverständnis begründen. Wir sind der Meinung, dass Gemeinschaften besser funktionieren, wenn ihr Selbstverständnis auf Identitäten basiert, die mit denen ihrer Vorfahren übereinstimmen. Das Wesen einer Sache – das, was sie ist – geht ihren Handlungen voraus. Bevor wir uns also fragen, wie unsere Gruppe handeln soll, sollten wir überlegen, wer unsere Gruppe ist, was sie gemeinsam hat und wer aufgrund dieser Identität ausgeschlossen wird.
Ist Weißsein einfach eine Frage von Genetik/Ethnie – oder etwas Tieferes, Kulturelles, Spirituelles, Zivilisatorisches?
Europäisches Erbe bedeutet Teilhabe an einer über Zehntausende von Jahre ununterbrochenen genetischen und kulturellen Weitergabe. Es reicht weiter zurück als die westliche Zivilisation und übersteigt jede einzelne europäische Kulturidentität. Wir können nicht vollständig erfassen, was uns durch dieses komplexe Geflecht von Traditionen und Erbe gegeben ist, da es sich um ein ganzheitliches, lebendiges System handelt und unser rationales Verständnis nur einen kleinen Teil davon ausmacht.
Man wirft Ihnen Suprematismus vor. Was sagen Sie zu denen, die Sie als Extremisten karikieren?
Nur weil eine Ansicht selten ist, ist sie noch lange nicht falsch. Ich habe kein Problem damit, als Extremist bezeichnet zu werden, wenn meine Ansichten tatsächlich radikal sind. Das sollte mich jedoch nicht vom öffentlichen Diskurs ausschließen. Wenn nur gemäßigte Ansichten erlaubt wären, wäre das öffentliche Leben ziemlich erstickend.
Ich bin jedoch kein „White Supremacist“. Ich bin der Meinung, dass alle Völker ein Recht auf Selbstbestimmung haben, also auch weiße Menschen. Wenn sich eine Gemeinschaft aus freien Stücken bildet und sich selbst verwalten möchte, solange sie niemandem schadet, würde ich sie niemals daran hindern. Die Liebe zu seinem eigenen Volk und die besondere Fürsorge für dieses bedeuten nicht, zu glauben, dass es einzigartig gut ist oder andere schlecht sind – und sie bedeuten auch nicht, dass man über andere herrschen will.
Welche Kritik haben Sie an der traditionellen konservativen Rechten, insbesondere an Trump?
Sie beginnen nicht einmal damit, die grundlegenden Probleme der amerikanischen Gesellschaft anzugehen, und ihre Loyalität gilt ihren Geldgebern.
Hat die amerikanische Politik für Sie noch Bedeutung – oder geht es nur noch um den Aufbau autonomer Gemeinschaften?
Meine Politik zielt darauf ab, ein Umfeld zu schaffen, in dem friedliche, autonome Gemeinschaften existieren können. Meine politische Philosophie besagt, dass unsere Regierung den Menschen erlauben sollte, sich frei zu assoziieren und verschiedene politische und soziale Modelle auszuprobieren. So haben wir nicht nur die Möglichkeit, die Wirksamkeit dieser Modelle empirisch zu testen.
Ich halte es darüber hinaus für ein universelles moralisches Prinzip, dass wir als internationale Gemeinschaft keine Regime tolerieren sollten, die ethnische, rassische oder religiöse Gruppen sowie friedlich geplante Gemeinschaften jeglicher Art unterdrücken und ihnen die Möglichkeit zur Selbstorganisation verweigern.
Wer sind Ihre politischen Vorbilder?
Pythagoras und Jesus.
Aus europäischer Sicht erinnert Ihr Projekt an bestimmte identitäre Bewegungen. Kürzlich gab es in Wien eine große Demonstration für „Remigration“. Dieses Konzept ist vor allem durch Martin Sellner und verschiedene identitäre Gruppen sehr populär geworden. Wie sehen Sie dieses identitäre Erwachen in Westeuropa? Gibt es einen Gegensatz zwischen Remigration und Kommunitarismus?
In manchen Ländern hat Remigration eine legitime rechtliche und ethische Grundlage, sie ist jedoch keineswegs automatisch Teil des Kommunitarismus. Ob sie ein legitimes politisches Ziel ist, hängt vom jeweiligen Land ab. Ich maße mir nicht an, zu beurteilen, welche Länder viele Bewohner zurückführen sollten. Ich setze mich nicht für die Ausweisung amerikanischer Staatsbürger ein. Ich bin jedoch der Meinung, dass unsere Grenzen und unsere Einwanderungspolitik viel zu lange zu lax waren und verschärft werden sollten.
Sie sehen sich in den USA einer beispiellosen Repression durch Medien und Justiz ausgesetzt. Können Sie uns davon berichten?
Die Angriffe der Medien sind ins Leere gelaufen und haben uns stattdessen mehr Unterstützung eingebracht. Der Generalstaatsanwalt von Arkansas hat unseren Fall geprüft und bisher keinen Gesetzesverstoß unsererseits festgestellt. Wahrscheinlich werden wir in Zukunft einen offenen Rechtsstreit führen müssen, aber bisher hat uns die Aufmerksamkeit eher genutzt als geschadet.
Zum Abschluss: Welche Botschaft haben Sie für unsere europäischen Leser?
Wenn Ihnen die Bewahrung Ihres Erbes und Ihrer Identität wichtig ist – unabhängig davon, ob dies durch nationale Politik erreichbar ist oder nicht –, sollten Sie den Aufbau geplanter Gemeinschaften in Betracht ziehen. Dort können Sie enger mit Menschen zusammenleben und arbeiten, die Ihre Werte teilen. Wir sollten unsere Kinder in sicheren Umgebungen erziehen, in denen unsere Werte und unsere Geschichte gestärkt werden – losgelöst von politischen Umständen. Wir sollten selbstständiger und naturverbundener leben, losgelöst vom demografischen Wandel.
Gemeinschaften mit Menschen, die einem am Herzen liegen, zu gründen, ist an sich schon ein lohnenswertes Ziel. Vielleicht eröffnen sich dadurch später auch neue Möglichkeiten für politische Organisationen.
Herr Orwoll, vielen Dank für das Gespräch!