Freilich #32: Süchtig nach dem Kick

Neue Studie: Journalisten in Deutschland sind eher links

Eine aktuelle Studie zeigt: Journalisten in Deutschland ordnen sich politisch überwiegend links ein. Es gibt allerdings leichte Verschiebungen.

/
/
2 Minuten Lesezeit
Neue Studie: Journalisten in Deutschland sind eher links

Laut einer aktuellen Studie stehen Journalisten in Deutschland im Durchschnitt eher links. (Symbolbild)

© IMAGO / Political-Moments

Berlin. – Eine aktuelle Studie zum Journalismus in Deutschland zeigt, dass sich Journalisten im Durchschnitt politisch leicht links verorten. Auf einer Skala von 0 („ganz links“) bis 10 („ganz rechts“) liegt der Mittelwert bei 4,21. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich der Wert allerdings leicht nach rechts verschoben, wie Telepolis berichtet.

Strukturen und Arbeitsbedingungen

Für die Studie „Worlds of Journalism“ wurden in Deutschland 1.221 hauptberufliche Journalisten befragt. Dabei wurde deutlich, dass es kaum noch eine Trennung zwischen Print- und Onlinejournalismus gibt: 98,6 Prozent der Befragten arbeiten auch mit digitalen Formaten wie Websites, Social Media oder Newslettern. Die wichtigsten Verbreitungswege sind Websites (3,67 von fünf Punkten), Social Media (3,51) und Print (3,45).

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) spielt als Arbeitgeber nach wie vor eine wichtige Rolle. Rund 20 Prozent der Journalisten sind dort fest angestellt, 43,6 Prozent der freien Journalisten haben den ÖRR als Hauptauftraggeber. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 40.000 hauptberufliche Journalisten, von denen 78 Prozent ein Volontariat absolviert haben und 12 Prozent einen Migrationshintergrund angeben.

Einkommen und Geschlechterunterschiede

Das Einkommen variiert stark: Rund ein Viertel der Befragten verdient zwischen 2.401 und 3.000 Euro netto im Monat. Zehn Prozent verdienen nicht mehr als 1.800 Euro, während nur vier Prozent ein Nettoeinkommen von über 6.000 Euro erzielen. Dabei zeigt sich ein deutliches Geschlechtergefälle: 60,8 Prozent der Journalistinnen verdienen maximal 3.000 Euro netto, während dies nur auf 41,5 Prozent der Männer zutrifft.

Verändertes Rollenverständnis

Die Studie zeigt auch einen Wandel im Selbstverständnis der Journalisten. Die höchste Zustimmung (87 Prozent) erhielt die Aussage, Journalismus solle Informationen liefern, die politische Entscheidungen ermöglichen. Neu hinzugekommen ist die Rolle, „Desinformationen entgegenzuwirken“, die 86 Prozent als zentrale Aufgabe ansehen. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) sieht es als ihre Aufgabe an, Randgruppen und Minderheiten eine Stimme zu geben, während nur 0,8 Prozent angeben, die Regierung unterstützen zu wollen.

Sinkende Autonomie und Nachwuchsprobleme

Die wahrgenommene Autonomie bei der Themenwahl hat seit der letzten Befragung 2014/15 abgenommen. Fühlten sich damals noch 81,9 Prozent der Journalisten sehr oder völlig frei in der Wahl ihrer Themen, sind es aktuell nur noch 74,7 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass externe Einflussfaktoren auf den Journalismus zugenommen haben.

Zudem zeigt die Studie ein Nachwuchsproblem: Nur 22 Prozent der Journalisten sind jünger als 36 Jahre. Vor 30 Jahren waren es noch 52 Prozent. Mit der bevorstehenden Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge könnte sich die Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Kann FREILICH auf Ihre Unterstützung zählen?

FREILICH steht für mutigen, konservativ-freiheitlichen Journalismus, der in einer zunehmend gleichgeschalteten Medienlandschaft unverzichtbar ist. Wir berichten mutig über Themen, die oft zu kurz kommen, und geben einer konservativen Öffentlichkeit eine starke Stimme. Schon mit einer Spende ab 4 Euro helfen Sie uns, weiterhin kritisch und unabhängig zu arbeiten.

Helfen auch Sie mit, konservativen Journalismus zu stärken. Jeder Beitrag zählt!