Die CDU wird zerfallen – Diese Chance muss die AfD nutzen
Die AfD steht vor einer historischen Chance: Angesichts des Versagens von Friedrich Merz und der CDU könnte sie stärkste Kraft werden und an der nächsten Bundesregierung beteiligt werden, meint Niklas Lotz.
Merz war in den vergangenen Wochen wegen seiner Kehrtwende, etwa bei der Schuldenbremse, heftiger Kritik ausgesetzt.
© IMAGO / dts NachrichtenagenturDie Bundestagswahl 2025 war ein großer Erfolg für die AfD, aber man musste konstatieren: Ihre Zeit war noch nicht gekommen. Noch verfingen die Versprechen der CDU zu gut, noch waren die Bürger zu leicht zu manipulieren, noch lag die gläserne Decke für die AfD beim Status als zweitstärkste Kraft. Das ändert sich nun aber abrupt, jetzt, wo die CDU eine Regierung bilden wird: Merz muss liefern und versagt historisch. Wenn die AfD jetzt intelligent agiert, wird kein Weg daran vorbeiführen, sie an der nächsten Bundesregierung zu beteiligen.
Die Union vor einer historischen Krise
Vermutlich dachte Friedrich Merz sich tatsächlich, so schlimm werde der Verrat an den Wählern direkt nach der Wahl schon nicht für ihn ausgehen. Schließlich sei er ja dann für vier Jahre sicher gewählt, was solle also schon passieren? Jetzt, wenige Wochen später, steht die CDU vor einer historischen Krise und ein Ende ist nicht in Sicht. In Kühlungsborn ist fast der gesamte CDU-Stadtverband aus Protest gegen Merz aus der Partei ausgetreten, in Fredersdorf-Vogelsdorf hat Bürgermeister Thomas Krieger aus diesem Grund seine Mitgliedschaft in der CDU beendet. Was erst einmal nur kommunal wirkt, ist ein Zeichen einer tiefgreifenden Unzufriedenheit innerhalb der Union. So berichtete der Focus zum Beispiel, dass innerhalb der CDU sehr viele Politiker nur deshalb noch in der Partei blieben, weil sie von Ämtern und Geldern abhängig seien. Wirklichen Rückhalt für den Kurs von Merz gibt es vielerorts wenig.
Hinzu kommt das vielleicht größte Problem der CDU: Die AfD hat damit begonnen, sie Stück für Stück einzuholen. In einer aktuellen YouGov-Umfrage ist die CDU/CSU auf 26 Prozent abgestürzt und die AfD legt auf sensationelle 24 Prozent bundesweit zu. Betrug der Abstand zwischen CDU und AfD bei der Bundestagswahl im Februar noch fast ganze acht Prozentpunkte, so ist er nun auf mickrige zwei Prozentpunkte zusammengeschrumpft. Wenn man bedenkt, dass die Wahl noch keine zwei Monate her ist und Friedrich Merz noch nicht einmal offiziell Kanzler ist, dann ist das ein sehr deutlicher Indikator dafür, dass die Wähler extrem wütend über seine Lügen sind.
Die Phase des Machtanspruchs
Für die AfD beginnt nun eine sehr wichtige Phase: Die Phase des Machtanspruchs. Wenn sie jetzt auf absehbare Zeit stärkste Kraft in Deutschland wird, wird sich an der öffentlichen Psychologie sehr viel ändern: Eine Brandmauer gegen die bundesweit stärkste Kraft wirkt absolut lächerlich und genau so sollte die AfD auch damit umgehen. Kein Distanzieren mehr, kein Rechtfertigen mehr, keine Anbiederungen an die CDU mehr, sondern das Formulieren eines klaren Gestaltungsanspruchs ist jetzt gefragt. Die aktuelle Debatte wird immer darauf gelenkt, was die AfD tun müsse um „koalitionsfähig“ zu werden: Muss sie Höcke rauswerfen? Muss sie ihr Programm ändern? Schluss damit! Die AfD sollte in Zukunft Forderungen stellen, was passieren muss, damit die anderen Parteien koalitionsfähig mit ihr werden.
Die neue Realität der Union
Warum glaubt beispielsweise die CDU, dass sie die Bedingungen stellen kann, wie regiert wird, wenn sie in Zukunft hinter der AfD landet? Die neue Realität wird so aussehen, dass die CDU entweder als Juniorpartner der AfD regiert, oder gar nicht mehr regieren wird. Für dieses kommende Szenario sollte die AfD jetzt schon Strategien bereithalten. Alice Weidel hat bereits die erste Bedingung formuliert: Friedrich Merz muss weg. Aber hier sollte gerne noch ergänzt werden, dass auch linksgrüne U-Boote in der CDU wie Hendrik Wüst oder Daniel Günther niemals Teil einer bürgerlichen Wende sein dürfen und werden.
Auch thematisch sollte die AfD unverhandelbare Punkte haben, am wichtigsten wären hier wohl Remigration, Grenzschließungen und Stopp der Turbo-Einbürgerungen. Es muss jetzt schon klar sein, dass die AfD nicht weniger anstrebt als eine komplette politische Wende ohne Rücksicht auf mögliche Koalitionspartner. Alles andere würden die Wähler auch der AfD nicht verzeihen in dieser finsteren Stunde Deutschlands.
Vision für eine neue deutsche Zukunft
Die Zerstörung unseres Landes und unserer Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Wir haben leider also noch nicht einmal das Schlimmste schon hinter uns, mit jedem Monat wird die Stimmung in der Bevölkerung nun noch schlechter werden. Alles wird teurer, die Jobs werden weniger, die innere Sicherheit noch desaströser und ein möglicher Krieg wird wahrscheinlicher. Die Tendenz, dass die Mitte der Gesellschaft sich einen disruptiven Politikwechsel wünscht, wird sich also weiter verstärken und mit jedem Monat wird das Volk somit nun auch offener für die AfD.
Was es nun braucht, ist eine starke, selbstbewusste AfD mit einer positiven Vision von einer neuen deutschen Zukunft. Der Zerfall der CDU hat begonnen, aber er ist kein Selbstläufer. Ausruhen nach der Bundestagswahl ist nicht drin – die AfD muss so arbeiten, als stünde die nächste Wahl schon kurz bevor. Sie wird ihre Chance bekommen, aber bis dahin muss sie hart daran arbeiten, dieser historischen Aufgabe gerecht zu werden. Am besten, sie fängt sofort damit an.