Freilich #32: Süchtig nach dem Kick

FDP: Strack-Zimmermann offen für Doppelspitze – aber nicht mit Kubicki

Die FDP ist bei der Bundestagswahl vor wenigen Tagen abgestürzt, Parteichef Christian Lindner hat sich zurückgezogen. Nun sucht die Partei nach einer neuen Führung. Für Strack-Zimmermann ist ein Duo an der Spitze denkbar.

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FDP: Strack-Zimmermann offen für Doppelspitze – aber nicht mit Kubicki

Strack-Zimmermann kann sich ein Führungsduo für die FPD vorstellen. Sie würde sich auch gerne einbringen.

© IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Berlin. – FDP-Präsidiumsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann hält ein Führungsduo an der Spitze ihrer Partei für eine denkbare Lösung. Angesichts der anhaltenden Wahlniederlagen sieht sie strukturelle Probleme bei den Liberalen und fordert eine inhaltliche Neuausrichtung.

Führungsduo als Option – Zweifel an Kubicki

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nannte Strack-Zimmermann ein Duo an der Parteispitze „erwägenswert“, auch wenn die Satzung dies bislang nicht vorsehe. „Losgelöst von der Frage, wer in einem solchen Team arbeiten sollte, müssen die Personen auch Zeit dafür haben. Ich bringe mich gerne ein, habe aber als EU-Abgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung extrem viel zu tun“, erklärte die EU-Abgeordnete.

Auf die Frage, ob Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki zu einem möglichen Führungsteam gehören könnte, äußerte sie Zweifel: „Es macht Sinn, Persönlichkeiten zu haben, die unterschiedliche Gruppen in der FDP ansprechen. Aber ob Herr Kubicki und ich der frische Aufbruch sind, na ich weiß nicht.“

Strukturelle Probleme und fehlendes Kernmilieu

Die FDP verliere seit drei Jahren – mit Ausnahme der Europawahl 2024 – Wahlen und damit auch viele Mandatsträger, so Strack-Zimmermann. „Offensichtlich haben wir als Partei ein strukturelles Problem und können auf kein ausreichendes Kernmilieu hoffen, welches uns verlässlich über die fünf Prozent hebt.“ Die Selbstständigen, die traditionell als Wählergruppe der FDP gelten, reichten als Basis offenbar nicht aus.

Ein weiteres Problem sieht Strack-Zimmermann in der Wahrnehmung der FDP als reine „Funktionspartei“ und „Korrektiv“ innerhalb von Koalitionen. Während man an der Seite der Union ein moderneres Gesellschaftsbild etabliere, stehe die FDP bei den Sozialdemokraten für wirtschaftliche Vernunft. Dieser Kurs führe jedoch zu Enttäuschungen bei den Wählern, da Kompromisse unumgänglich seien.

Aufruf zur inhaltlichen Breite

Für die Zukunft fordert Strack-Zimmermann eine inhaltliche Erweiterung des Themenspektrums. Themen wie Bürgerrechte und liberale Wirtschaftspolitik dürften keine Gegensätze sein, sondern gehörten zusammen. Trotz der Niederlage bei der Bundestagswahl gebe es auch positive Signale. „Wir haben bereits wieder Eintritte. Manche denken: jetzt erst recht“, so Strack-Zimmermann. Die Neuausrichtung werde aber Zeit brauchen.

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