Freilich #32: Süchtig nach dem Kick

„Freiwillige Ausreise“ aus Gaza: Sonderflug in Leipzig gelandet

In Begleitung deutscher Diplomaten und organisiert von der israelischen Regierung ist am Dienstagabend ein Flug aus dem Gazastreifen in Leipzig gelandet. Der Flug ist Teil einer wachsenden Zahl „freiwilliger Ausreisen“ von Bewohnern des Gebiets.

/
/
2 Minuten Lesezeit
„Freiwillige Ausreise“ aus Gaza: Sonderflug in Leipzig gelandet

Das Auswärtige Amt hat die Einreise der Passagiere aus Gaza bestätigt. (Symbolbild)

© IMAGO / Christian Grube

Leipzig. – In Leipzig ist am Dienstagabend laut Medienberichten ein Flug mit Passagieren aus dem Gazastreifen gelandet. Nach einem Bericht der israelischen Zeitung Israel Hayom war der israelische Innenminister Mosche Arbel eigens zum Regionalflughafen bei Ramon gereist, um die „Angelegenheit der freiwilligen Ausreise der Bewohner des Gazastreifens zu überwachen und zu überprüfen“. Der Flug wurde von deutschen Diplomaten begleitet. Durchgeführt wurde der Flug von der deutschen Charterfluggesellschaft Sundair, die sonst weder Ramon noch Leipzig anfliegt, heißt es in einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Sonderflüge aus dem Gazastreifen immer häufiger

Arbel wies darauf hin, dass in letzter Zeit bereits zehn ähnliche Flüge in andere Länder stattgefunden hätten. Er dankte US-Präsident Donald Trump für seinen Vorschlag, die Bewohner des Gazastreifens vorübergehend oder dauerhaft in andere Länder umzusiedeln. Obwohl Trump diesen Plan Anfang Februar nach massiver Kritik vor allem aus der arabischen Welt zurückzog, propagiert die israelische Regierung weiterhin die „freiwillige Ausreise“. Diese „freiwillige Ausreise“, so Arbel, ermögliche sogar „die Sanierung des Gebiets“.

Behörde zur Unterstützung der freiwilligen Ausreise gegründet

Seit mehr als eineinhalb Jahren ist der Gazastreifen Kriegsschauplatz. Nach einem Waffenstillstand im Dezember hat Israel im März die militärischen Angriffe wieder aufgenommen. Medienberichten zufolge sind seit Beginn des Krieges im Oktober 2013 mehr als 100.000 der rund 2,3 Millionen Einwohner des Gazastreifens geflohen. Zudem sollen mehr als 50.000 Menschen bei den Kämpfen ums Leben gekommen sein.

Das israelische Verteidigungsministerium hat Ende März eine eigene Behörde für die „freiwillige Ausreise“ aus dem Gazastreifen gegründet. Ziel der Behörde ist es, die „sichere und kontrollierte Ausreise“ der Bewohner in Drittländer vorzubereiten und zu ermöglichen. Nach Angaben der Zeitung Yedioth Ahronoth ist die Zahl der Ausreisen in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Fast 2.000 Personen seien über den Übergang Kerem Shalom entweder zum Flughafen Ramon oder nach Jordanien ausgereist.

Unklarheit über die Zahl der Passagiere

Die genaue Anzahl und Identität der Passagiere, die am Dienstagabend in Leipzig landeten, war zunächst unklar. Nach Angaben der FAZ handelte es sich um deutsche Staatsangehörige und deren enge Familienangehörige, insgesamt wohl weniger als 20 Personen. Das Auswärtige Amt bestätigte später, dass 19 deutsche Staatsangehörige und deren Familienangehörige nach Deutschland zurückgebracht worden seien. In einem Eintrag auf der Plattform X wies das Auswärtige Amt die Behauptung zurück, dass Arbel der freiwilligen Ausreise von Bewohnern des Gazastreifens beigewohnt habe und dass Hunderte von Menschen aus dem Gazastreifen nach Deutschland ausgereist seien.

Kann FREILICH auf Ihre Unterstützung zählen?

FREILICH steht für mutigen, konservativ-freiheitlichen Journalismus, der in einer zunehmend gleichgeschalteten Medienlandschaft unverzichtbar ist. Wir berichten mutig über Themen, die oft zu kurz kommen, und geben einer konservativen Öffentlichkeit eine starke Stimme. Schon mit einer Spende ab 4 Euro helfen Sie uns, weiterhin kritisch und unabhängig zu arbeiten.

Helfen auch Sie mit, konservativen Journalismus zu stärken. Jeder Beitrag zählt!