Auf 1.300 Metern Höhe in Tirol können Touristen Erholung suchen. Für die Bewohner des Rückkehrzentrums Bürglkopf war es laut Betroffenen hingegen ein Ort der Isolation. „Das Leben am Bürglkopf war psychische Folter“, erklärt Sajad, ein ehemaliger Bewohner, laut dem Verein #aufstehn. Dort hätten rund 40 Personen für längere Zeit gelebt, abseits von Familie und gesellschaftlichen Kontakten.
Erschwerter Zugang ins Tal
Während die Besucher mit der Gondel zum Gipfel fuhren, sollen die Asylbewerber den Weg ins Dorf zu Fuß zurückgelegt haben. So habe beispielsweise Waseem aus Afghanistan berichtet, dass er die Rechtsberatung im Tal zweimal aufgesucht habe, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Beim zweiten Besuch sei ihm jedoch nahegelegt worden, nicht mehr so häufig zu kommen.
Die Unterkunft habe kaum Abwechslung geboten: Es habe keine Arbeit gegeben, kein Internet und keine Kontakte. Lediglich einfache gemeinnützige Tätigkeiten gegen eine geringe Bezahlung seien möglich gewesen. Die Langeweile sei daher nicht als Erholung, sondern eher als Belastung empfunden worden. Eine ehemalige Betroffene erklärte ebenfalls: „Nur Essen und Schlafen reicht nicht für ein gutes Leben.“
Dokumentarfilm „Bürglkopf“
Die Regisseurin Lisa Polster hat die Situation drei Jahre lang dokumentiert. Dabei ist der Film „Bürglkopf“ entstanden, der 2025 den Großen Diagonale-Preis der Jugendjury erhielt. „Nach drei Jahren Dreharbeiten am Bürglkopf bin ich mir sicher: Der Ort dient der psychischen Zermürbung der Geflüchteten“, erklärte Polster.


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