NRW: AfD fordert chemische Kastration für Sexualstraftäter
Angesichts der steigenden Zahl von Sexualstraftaten fordert die AfD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen, die chemische Kastration von Sexualstraftätern zu erleichtern. Die Maßnahme soll auch präventiv wirken.
Die Strafandrohung und das Strafmaß müssten die Täter abschrecken, so Seli-Zacharias.
© IMAGO / Sven SimonDüsseldorf. – In Deutschland häufen sich Sexualstraftaten, insbesondere Gruppenvergewaltigungen, die seit 2015 um mehr als 90 Prozent zugenommen haben. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) wurden im Jahr 2023 in Nordrhein-Westfalen (NRW) 5.065 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern gemeldet. Bundesweit weist die PKS 126.470 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aus.
Verursacher häufig polizeibekannt
Die frauenpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion NRW, Enxhi Seli-Zacharias, kritisierte, dass ein Großteil der Täter, konkret 60 Prozent aller Vergewaltiger in NRW, bereits polizeibekannt sei. Diese Zahl verdeutliche, dass viele Sexualstraftäter ihre Taten wiederholt begingen. Die Politikerin forderte eine konsequentere Strafverfolgung und härtere Maßnahmen, um solche Straftaten zu verhindern.
Mehr Härte bei der Strafverfolgung gefordert
Seli-Zacharias betonte, dass die Strafandrohung und das Strafmaß die Täter abschrecken müssten. „Die Täter und deren Motive haben sich verändert. Unsere Gesellschaft darf nicht länger wegsehen, während insbesondere Frauen und Kinder schutzlos bleiben“, sagte sie. Bewährungsstrafen hätten in vielen Fällen nicht die gewünschte abschreckende Wirkung. Sie kritisierte, dass der Politik bislang der Mut fehle, konsequent durchzugreifen, um weitere Opfer zu verhindern. „Ich habe keine Lust mehr, mir immer die Sichtweise der Täter anzuhören, mich interessieren die Opfer und deren Familien“, sagte Seli-Zacharias.
AfD-Antrag im Landtag für chemische Kastration
Im Landtag hat die AfD-Fraktion deshalb einen Antrag eingebracht, der eine Erleichterung der chemischen Kastration von Sexualstraftätern fordert. Diese medizinische Maßnahme sei bewährt, reversibel und wirksam, um Rückfälle zu verhindern. „Es darf nicht sein, dass Täter nach Verbüßen ihrer Strafe wieder auf freien Fuß kommen und erneut zuschlagen können. Der Schutz der Opfer muss endlich über dem Täterschutz stehen“, betonte Seli-Zacharias.
Prävention durch verpflichtende Behandlung
Seli-Zacharias sprach sich auch für eine Behandlungspflicht für Sexualstraftäter aus, um die Rückfallquote drastisch zu senken. „Durch die Einführung einer verpflichtenden Behandlung für Sexualstraftäter kann einerseits die Rückfallquote drastisch gesenkt werden. Andererseits werden durch die Abschreckung der Täter Opfer präventiv verhindert“, so die AfD-Politikerin abschließend.